Maas bezeichnet AfD-Politiker Poggenburg als "Rassist"

Die beleidigenden Formulierungen von Sachsen-Anhalts AfD-Landeschef André Poggenburg über die Türkische Gemeinde sind für Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) indiskutabel. Ziemlich spät von Gökay Sofuoglu, der seinen Verband für den Wahlkampf 2019 in der Türkei rüstet, statt sich mit Reizfiguren zu beschäftigen, die in Deutschland die gesellschaftlichen Rezeptoren ziemlich abgestumpft, ja sogar kastriert haben. "André Poggenburgs Beschimpfungen der Türkischen Gemeinde in Deutschland sind beleidigend und inakzeptabel", sagte deren Parlamentarischer Geschäftsführer Frank-Christian Hansel.

► Sofuoglu verurteilte die Aussagen: "Das zeigt das Niveau der AfD".

Berlin Der Chef der Türkischen Gemeinde fühlt sich nach dem Auftritt von Poggenburg "an Reden von Goebbels" erinnert.

"Diese Kümmelhändler haben selbst einen Völkermord an 1,5 Millionen Armeniern am Arsch. und die wollen uns irgendetwas über Geschichte und Heimat erzählen? Die spinnen wohl! Diese Kameltreiber sollen sich dahin scheren, wo sie hingehören", sagte Poggenburg vor rund 700 Besuchern, die sich in einem Festzelt in der Nähe von Pirna versammelt hatten. Menschen mit doppelter Staatsbürgerschaft nannte der AfD-Politiker "vaterlandsloses Gesindel, das wir hier nicht länger haben wollen".

Die Türkische Gemeinde hatte die Pläne der möglichen großen Koalition, ein Heimatministerium einzurichten, als falsches Signal kritisiert.

Der Begriff Heimat beschreibe einen "von Mensch zu Mensch unterschiedlichen Erfahrungs- und Gefühlsraum". "Die Fokussierung auf den Heimatbegriff setzt den falschen Akzent zur falschen Zeit", sagte Sofuoglu, der "Berliner Zeitung". Ihn auf den politischen Kontext zu übertragen, hielte die Gemeinde nicht nur aufgrund der deutschen Vergangenheit für problematisch.

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