Manipulierte Reviews: Publisher Insel Games fliegt aus Steam

In dieser Mail wurden die Mitarbeiter aufgefordert positive Bewertungen zu dem Spiel zu verfassen, da es sonst zu Entlassungen kommen könnte.

Valve sagt, dass Entwickler Insel Games dabei erwischt wurde, den Review-Score eines seiner Spiele, Wild Buster, manipuliert zu haben.

Den Stein ins Rollen brachte ein Reddit-Post. Darin ist zu lesen, dass das Spiel Wild Buster: Heroes of Titan deutlich unter den finanziellen Erwartungen liegt. Dennoch hat Valve unverzüglich die Zusammenarbeit mit Insel Games eingestellt. Wenn man aber die Wichtigkeit von Reviews vernachlässigt, wird das letztlich Arbeitsplätze kosten. "Wenn Wild Buster nicht läuft, läuft Insel Games nicht, IME [Interactive Media and Entertainment] läuft nicht und wir werden nächstes Jahr alle keinen Job haben". Ich bitte Sie eines der folgen Dinge zu tun: "Kaufen Sie das Spiel und legen Sie mir die Quittung bis Freitagabend vor, für das Sie innerhalb von 24 Stunden eine Rückerstattung erhalten oder mir morgen erklären, warum Sie das nicht möchten" steht dort weiters. "Wenn Wild Buster floppt, machen auch Insel Games und IME Miese".

Valve forschte kurz nach Bekanntwerden der Email selbst nach und teilte heute in einem Blog-Post mit, dass sie ebenfalls einige Unregelmäßigkeiten feststellten. Mehrere Reviews stammen von Accounts, die von Insel Games kontrolliert werden. Damit wurden laut Valve eindeutig die Nutzungsbedingungen verletzt und der Publisher muss Steam verlassen.

Valve hat die Spiele des Entwicklers Insel Games jetzt aus Steam gelöscht. Mitarbeiter wurden aufgefordert, den eigenen Titel über Steam zu kaufen und zu bewerten. Die Spiele des Publishers wurden aus dem Steam-Shop entfernt, die Adressen der Shop-Seiten leiten nun direkt auf die Startseite des Steam-Shops um. Für ein MMO-RPG dürfte der Steam-Ausschluss ein herber Rückschlag darstellen. Die Echtheit der E-Mail wurde von dem Insel-Games-CEO in einem Interview mit Gamestar bestätigt.

Insel Games ist ein noch relativ junger Publisher von vorwiegend Free-to-Play-Titeln, der 2015 von Patrick Streppel und Christian Sauer gegründet wurde, die zuvor unter anderem für gamigo und ProSiebenGames tätig waren. IME arbeitet als Lizenzagentur, Co-Publisher und Beratungsunternehmen für Online- und Mobile-Spiele. Der Publisher besitze auch nur wenige dutzend Mitarbeiter und verfüge demnach gar nicht über die Mittel, massenhaft gefälschte Reviews zu verfassen. Zudem sei erklärt worden, dass Steam möglicherweise "vorschnell gehandelt" hat.

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