Seiten Kleingedrucktes: Verbraucherzentrale mahnt PayPal ab

Wie der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) am Mittwoch mitteilte, halten die Experten die Vorgaben mit 80 Seiten für zu lang und außerdem für zu kompliziert. Die Verbraucherschützer stören sich vor allem an der Länge der formulierten Geschäftsbedingungen. Ausgedruckt ergeben die derzeitigen Allgemeinen Geschäftsbedingungen PayPals insgesamt 80 Seiten. "Das ist aus Verbrauchersicht unzumutbar und muss geändert werden", sagt Carola Elbrecht, Rechtsreferentin für den Marktwächter Digitale Welt, dem Frühwarnsystem der Verbraucherzentralen.

Die XXL-AGBs beinhalten mehr als 20.000 Wörter und 1.000 Sätze. Bei einer Lesegeschwindigkeit von 250 Worten pro Minute benötigen Kunden 80 Minuten, um die neuen AGB durchzuarbeiten, so die Verbraucherschützer. Auf einem Smartphone muss etwa 330 mal gescrollt werden, um das untere Ende des Texts zu erreichen.

Die Kritik des VZBV ist durchaus berechtigt, denn die Geduld zum Lesen von AGB ist bei den Kunden mehr als begrenzt: Dem Bericht zufolge nehmen sich laut Meinungsumfragen Kunden selbst für Datenschutzerklärungen gerade einmal fünf Minuten Zeit, um diese zu lesen.

Paypal verstoße gegen den "gesetzlich vorgeschriebenen Grundsatz der Transparenz und benachteiligt die Verbraucher", kritisierte der vzbv.

Paypal ist ein weit verbreitetes Zahlungssystem für Bestellungen im Internet.

Daher hat die Verbraucherzentrale Bundesverband PayPal bis Ende Februar zur Abgabe einer Unterlassungserklärung und somit zu einer verbrauchergerechten Änderungen der AGB aufgefordert. Einer Sprecherin zufolge will sich die Firma derzeit aber nicht weiter dazu äußern. Unternehmenssprecherin Sabrina Winter gab lediglich an, die Angelegenheit prüfen zu wollen. Nicht nur wegen der "formalen Unverständlichkeit der AGB", sondern auch wegen der erforderlichen Zeit, um sie vollständig zu lesen und zu verstehen, liege ein Wettbewerbsverstoß vor, bemängelte der vzbv.

Das Bundesjustizministerium hat sich der Problematik bereits angenommen, bisher allerdings ohne Gesetzesinitiativen.

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