Shiffrin: Rätselraten um Slalom-Star

Die Mutter war sich sicher gewesen, dass ihre Tochter nach dem Olympiasieg im Riesenslalom nun erst recht den Slalom am nächsten Tag dominieren würde. Diesen Beinamen trägt die Schwedin Frida Hansdotter, 32, weil sie im Weltcup zwar vier Slalom-Erfolge feierte, aber 17 zweite Plätze verbuchte.

Langlauf: Im Skilanglaufrennen der Männer über 15 Kilometer haben die Deutschen keine Aussichten auf Medaillen. Gold wäre für "Kathi" auch möglich gewesen, doch ein Fehler im flachen Schlussteil im ersten Durchgang kostete Gallhuber Platz eins. Sie hatte wieder einmal Probleme mit dem Magen gehabt, was allerdings nichts Neues ist bei der Amerikanerin.

Eisschnelllauf: hier greift Claudia Pechstein nach ihrer zehnten Olympia-Medaille.

Die Slowakin Petra Vlhova, im Slalom die einzige Saisonsiegerin neben Shiffrin, ist indes schon zur Halbzeit geschlagen. Der fünfmalige Weltmeister und achtmalige Weltcup-Gesamtsieger versucht.im dritten Anlauf endlich zu Olympia-Gold zu fahren. Drei Starts in Pyeongchang, drei Siege, so war es vorgesehen.

In ihrem ersten Lauf war die Deutsche mit mehr als sechs Sekunden Rückstand auf die Qualifikationsbeste Eva Samkova aus Tschechien Zweitlangsamste gewesen. Am Ende fehlten Shiffrin acht Hundertstel auf den Bronze-Rang. Doch die Aufregung und die Emotionen durch Riesenslalom-Gold tags zuvor, die Siegerehrung, das späte Zubettgehen, all das brachte Shiffrin um ihren gewohnten Rhythmus.

"Es waren weniger die Nerven", erklärte die 22-jährige Skiläuferin Shiffrin im US-Fernsehen. Eher ein körperlicher Einbruch: "Das kam plötzlich".

In weitaus besserer Konstitution zeigte sich die Schwedin Hansdotter. Doch im Starthaus in den Bergen von Pyeongchang überkam sie wieder dieses schreckliche Gefühl: "Es war wie eine Lebensmittelvergiftung", sagte sie. Sie war als Zweite in den zweiten Durchgang gegangen, hielt das Tempo hoch, fuhr zielstrebiger und rasanter als Holdener und entriss der Schweizerin, die nach dem ersten Lauf geführt hatte, noch den Sieg. Silber holte die Schweizerin Wendy Holdener, Bronze gewann Katharina Gallhuber aus Österreich.

Die vierte österreichische Ski-Dame, die Tirolerin Stephanie Brunner, war bereits im ersten Lauf ausgeschieden. "Kaum schiebst du raus, schon stehst du daneben", klagte sie später.

"Das ist ernüchternd und schlecht", klagte Bundestrainer Jürgen Graller, denn: Weiter hinten lagen deutsche Slalomfahrerinnen bei Olympia noch nie.

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