"Tatort" Berlin: Kommissar Karows Angst vor der Klapsmühle

Waschke und Becker spielen klug.

Hier nachlesen, wie Meret Becker ihren "Zwiebel-Tatort" erklärt. Die "Tatort"-Macher Erol Yesilkaya (Drehbuch) und Sebastian Marka (Regie) fordern dazu auf, genau hinzusehen: Nicht alles ist so, wie es scheint".

Auslöser dieses "spooky", also dieses gespenstischen Spiels mit Metaebenen und Realitäten: Im Berliner Mordkommissariat wird ein Paket mit einem abgeschnittenen Mädchenfinger abgeliefert.

Der Mordkommission wird ein abgehackter Finger geschickt, bald findet sie die Leiche dazu - eine 14-Jährige, eingelegt in Alkohol. Die Spur führt zu einer Filmproduktionsfirma, deren neuestes Werk an der Berlinale Premiere feiert. Karow ist überzeugt: "Der Film führt uns zur Wahrheit". Klingt geradezu unheimlich nach dem Fall, den das Leben Rubin und Karow grad ins Drehbuch diktiert. Rubin, die wenig von Verschwörungstheorien hält, ist anderer Meinung: "Haben Sie Beweise?" Meret Becker und Mark Waschke durften als "Kommissare" sogar auf dem roten Teppich vorm Berlinale-Palast auf Verbrecherjagd gehen. Dank einer Sondergenehmigung wurde dem RBB erlaubt, mit dem "Tatort" den ersten Film während der Filmfestspiele zu drehen.

Aber stand dieser Koteas wirklich, wie es der Berlinale-Film erzählt, als Auftragskiller in den Diensten des BND-Vorläufers "Operation Gehlen" und ist zum Mord an einer Prosituierten gezwungen worden, um Ungeheuerliches zu verschleiern: hohe Regierungsbeamte, die in Kinderprostitution verwickelt sind? Als diesem sein tödliches Handwerk zu unappetitlich wurde, arbeitete er vor seinem freiwilligen Ableben noch das Geheimnis um die Verstrickungen des Geheimdienstes in ebenjenes Drehbuch ein.

Eigentlich werden auf der Berlinale Filme gezeigt, nicht gemacht.

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