Türkische Marine blockt Gasbohrungen: EU mahnt Ankara

Nach Angaben aus griechisch-zyprischen Regierungskreisen hinderten zuletzt sechs türkische Kriegsschiffe ein vom italienischen Energieunternehmen ENI gemietetes Gasbohrschiff daran, ein Erforschungsgebiet südöstlich der Hafenstadt Larnaka zu erreichen.

Nach einem griechischen Putsch und einer türkischen Militärintervention ist Zypern seit 1974 geteilt.

"Opportunistische Versuche bezüglich Gasbohrungen vor Zypern und bezüglich ägäischer Inseln entgehen nicht unserer Aufmerksamkeit", sagte Erdogan vor Abgeordneten seiner Regierungspartei AKP.

Ein Streit zwischen der Türkei und Griechenland um zwei unbewohnte Inseln wurde aktuell, als ein türkisches Patrouillenschiff nach griechischen Angaben ein Boot massiv bedrängte. Am Dienstag hatte es griechischen Medien zufolge in der Region bei den Felseninseln Imia (türkisch: Kardak) noch von Booten beider Küstenwachen "gewimmelt". Das türkische Schiff habe in der Nacht auf Dienstag das Boot der griechischen Küstenwache in der Nähe der kleinen Inseln gerammt, hieß es von griechischen Behörden.

Bohrungen nach Erdgas ohne Zustimmung der türkischen Zyprioten missachteten deren Rechte, hieß es aus der Türkei. Das griechische Schiff sei dabei am Heck beschädigt worden; Verletzte habe es aber nicht gegeben. EU-Ratspräsident Donald Tusk rief die Regierung in Ankara am Montag dazu auf, die territoriale Souveränität Zyperns zu respektieren.

Erdogan fügte hinzu: "Es ist ganz klar, dass diejenigen, die sagen, Wir reagieren hart, wenn sie uns angreifen', in ihrem Leben noch keine osmanische Ohrfeige verpasst bekommen haben". Vor dem Besuch von US-Außenminister Rex Tillerson in der Türkei mahnte der türkische Staatspräsident die US-Truppen in Manbidsch, einem möglichen türkischen Angriff auf die Kurdenmiliz YPG in der nordsyrischen Stadt nicht im Wege zu stehen.

ENI und die Regierung in Nikosia hatten am Donnerstag erste Erfolge bei der Suche nach Erdgas gemeldet. Danach bemühten sich Athen und Ankara um Entspannung. Eine Sprecherin erklärte zu jüngsten Spannungen zwischen der Türkei und Zypern sowie der Involvierung eines italienischen Forschungsschiffes, Ankara sollte von schädlichen Aktionen betreffend nachbarschaftliche Beziehungen Abstand nehmen. Dies teilte der Energieminister des Landes, Giorgos Lakkotrypis, vergangene Woche im zypriotischen Fernsehen mit.

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