Verurteilt Zustände in OSI-Schlachthof — McDonald's

Offenbar kommen die Vorwürfe der Tierschützer auch diesmal nicht ganz überraschend: Die OSI Group hat nach Angaben von McDonald's bereits Ende des letzten Jahres ein Maßnahmenpaket entwickelt, um die zusätzlichen, freiwilligen Audits - welche neben den gesetzlichen Kontrollen stattfinden - weiter zu verbessern. Ich kann nur sagen: "Schlachthöfe in Deutschland sind ein rechtsfreier Raum und ein Totalversagen des gesamten Systems", sagte der Tierschützer. Es seien "verheerende" Tierschutzzustände.

Die Fastfoodkette McDonald's und Tierrechtsaktivisten haben nach eigenen Angaben Strafanzeige gegen Verantwortliche eines Schlachthofs des bayerischen Nahrungsmittelkonzerns OSI gestellt. Es gehe um den Verdacht des Verstoßes gegen den Tierschutz, teilten das Unternehmen und der Verein "Soko Tierschutz" mit. Für eine Bestätigung war die Staatsanwaltschaft Mosbach am Mittwoch nicht zu erreichen. "In Abstimmung mit Landwirtschaftsminister Peter Hauk hat das Veterinäramt die sofortige Schließung des Schlachthofes Tauberbischofsheim verfügt", erklärte das zuständige Landratsamt in einer schriftlichen Stellungnahme an stern TV.

Die Behörden legten den Schlachthof in Tauberbischofsheim, in dem täglich rund 200 Rinder geschlachtet wurden, am Mittwoch vorläufig still. OSI kündigte eine Untersuchung und ein erneutes Training bezüglich der firmeneigenen Tierwohlstandards an: "Auch wenn wir das Videomaterial nicht gesehen haben, finden wir die Anschuldigungen beunruhigend und haben die Produktion im Schlachthof (.) vorübergehend gestoppt". Rinder werden bei unzureichender Betäubung zum Entbluten an Haken gehängt, mit Elektrotreibern malträtiert und extremer Gewalt ausgesetzt. Mit versteckten Kameras aufgenommen Bilder zeigen, dass Tiere gequält und nicht vorschriftsmäßig betäubt wurden. Die Organisation spricht von "verheerenden Tierschutzzuständen". "Die vorgelegten Aufnahmen aus dem Schlachthof beinhalten auch aus unserer Sicht gravierende Verfehlungen in dem Schlachtbetrieb". Dies ist für uns nicht akzeptabel.

Bereits im Jahr 2015 war der Schlachthof durch Mängel aufgefallen, nun bleibt er nach Behördenangaben geschlossen, bis die Einhaltung des Tierschutzes sichergestellt ist. Das Bildmaterial aus dem Schlachthof wurde von "Soko Tierschutz" auch an das Fernseh-Magazin "Stern TV" übergeben. Zuerst hatte stern.de über den Fall berichtet.

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