Berichte: Microsofts deutsche Treuhänder-Cloud ist Ladenhüter

Microsoft will seine Cloud-Aktivitäten auf deutschem Boden ausweiten: Wie die Wirtschaftswoche und das Handelsblatt gemeinsam berichten, sollen in Deutschland zwei neue Rechenzentren entstehen, dafür soll ein dreistelliger Millionenbetrag investiert werden. Es sei "zu teuer, zu rückständig" laute das Fazit vieler Kunden, berichtet die Zeitung unter Berufung auf Branchenkenner. Die zwei neuen geplanten Rechenzentren in Deutschland sollen demnach ohne Treuhänder laufen. Die Pläne für neue Rechenzentren in Deutschland deuten darauf hin, dass Microsoft nach einem Kompromiss sucht, die Sicherheitsbedürfnisse der Cloud-Kunden befriedigen, ohne dass sie dafür mehr bezahlen und mit Restriktionen leben müssen.

Der Vorteil einer dediziert deutschen Cloud für Unternehmen sind die verhältnismäßig hohen Datenschutzansprüche hierzulande. Auch der Internetkonzern Google, mit seiner Cloud Platform ein weiterer Hauptkonkurrent für Microsoft Azure, betreibt Server in Frankfurt, schließlich befindet sich dort auch der wichtigste deutsche Internet-Knotenpunkt.

Microsoft will offenbar vor allem Kunden ansprechen, die Wert darauf legen, dass ihre Daten auf Servern mit dem Standort Deutschland abgelegt werden. Erst im Januar hatte auch IBM eine Art "europäische Cloud" angekündigt.

Gerade für Kunden aus dem öffentlichen Sektor und Firmen im allgemeinen kann die Möglichkeit zur Speicherung ihrer Daten auf deutschen Servern attraktiv sein.

In der Deutschland-Cloud von Microsoft stellte die Telekom als Treuhänder sicher, dass die Daten der Kunden im Land geschützt sind und kein Zugriff von außen möglich ist - auch nicht von dem amerikanischen Unternehmen selbst. An dem Angebot gab es zunächst großes Interesse. Die Vorbehalte gegenüber einem amerikanischen Konzern seien greifbar gewesen, zitiert das "Handelsblatt" einen deutschen IT-Dienstleister.

Die Abschottung macht es schwerer, Daten mit einer Niederlassung in einem anderen Land auszutauschen. Der Nachrichtendienst Yammer sei seit Jahren nicht verfügbar. Der Zusatzaufwand rechtfertige den Aufschlag möglicherweise.

Weltweit bleibt das Cloud-Geschäft für Microsoft der Wachstumstreiber Nummer eins.

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