BGH verhandelt über Preiserstattung bei stornierten Flügen

Die beiden Kunden stornierten ihre Flugreise von Hamburg in die USA bereits zwei Monate vor dem Flugtermin im Jahr 2015: Grund dafür war Krankheit. Viele Flüge seien überbucht, die Fluggesellschaften rechneten mit Stornierungen.

Die Vorinstanzen gaben der Lufthansa recht: Die Kläger hätten die Wahl zwischen verschiedenen Buchungsklassen auch mit Stornomöglichkeit gehabt. Von insgesamt 2766,32 Euro erhielten sie nur einen Betrag in Höhe von je 133,56 Euro für Steuern und Gebühren zurück. Vor dem Amts- und Landgericht Köln scheiterten sie.

Zentraler Punkt in dem Prozess vor dem Bundesgerichtshof war die Anwendbarkeit von Paragraf 648 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) zum Werkvertrag. Doch das Unternehmen muss unter anderem Teile des Preises zurückerstatten, wenn es die Leistung an einen anderen Kunden verkauft hat.

Fluggesellschaften dürfen Tickets verkaufen, die keine Erstattungsmöglichkeit für den Fall einer Stornierung der Buchung vorsehen.

Unterstützung kommt vom Reiserechtsexperten des Verbraucherzentrale Bundesverbandes, Felix Methmann.

Karlsruhe - Darf eine Fluggesellschaft die Erstattung des Ticketpreises bei Stornierung ausschließen?

Der Bundesgerichtshof verhandelt über die Möglichkeit einer Rückerstattung bei Stornierung von Flugtickets. Damit läge eine Individualvereinbarung vor.

Der Vorsitzende Richter sagte, die Rechtsform des Werkvertrags passe für viele Massengeschäfte des Alltags nicht gut, darunter auch für Verkehrsmittel wie Flugzeug oder Bahn. Wer also ganz sicher gehen will, sollte den Abschluss einer Reiserücktrittsversicherung in Betracht ziehen.

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