Durchsuchungen wegen Abgas-Software bei BMW

Doch die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen Betrugsverdachts und ließ die Konzernzentrale durchsuchen. Das meldet die WirtschaftsWoche. Sie hat Ende Februar ein Ermittlungsverfahren gegen unbekannt eingeleitet, wegen des Verdachts des Betruges in rund 11 400 Fällen.

Offenbar geht es unter anderem um den Verdacht falscher Verbrauchsangaben. Es werde geprüft, ob Mitarbeiter des Konzerns "grob fahrlässig oder vorsätzlich gehandelt haben", teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Die Staatsanwaltschaft München hat BMW wegen des Anfangsverdachtes einer unzulässigen Software zum Abschalten der Diesel-Abgasreinigung am 20. März 2018 ins Visier genommen.

BMW hatte im Februar mitgeteilt, dass 11.400 Dieselautos mit einer falschen Abgas-Software ausgestattet worden seien.

Es besteht der Anfangsverdacht, dass BMW eine Abschalteinrichtung verwendet bzw. verwendet hat, die erkennt, dass das Auto auf einem Prüfstand steht, wie aus der Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft hervorgeht.

München - Deshalb haben am Dienstag etwa 100 Beamten des Polizeipräsdiums München und der österreichischen Polizei BMWs Konzernzentrale, das Forschungs- und Innovationszentrum FIZ sowie das österreichischen Motorenwerk in Steyr durchsucht. Das Programm sei für die SUV-Modelle X5 und X6 entwickelt worden, aber irrtümlich auch auf zwei 5er und 7er-Modelle aufgespielt worden - allerdings erst einige Zeit nach Produktionsstart. Dadurch hätte dann die Abgasreinigung nicht mehr richtig funktioniert. Die Staatsanwaltschaft betonte, die Ermittlungen "stehen erst ganz am Anfang" und richteten sich derzeit nicht gegen konkrete Perswonen.

In der Stellungnahme heißt es weiter: "Die BMW Group nimmt den Fall sehr ernst und hat ein großes Interesse an der umfassenden Aufklärung des Sachverhalts". Das Unternehmen hat für diesen Mittwoch zur Jahrespressekonferenz eingeladen.

BMW gehe weiter davon aus, "dass es sich bei dem Vorfall um eine fehlerhafte Software-Zuordnung handelt und nicht um eine gezielte Manipulation der Abgasreinigung". "Ich möchte noch einmal betonen: Die Fahrzeuge der BMW-Group werden nicht manipuliert", sagte Konzernchef Harald Krüger beim Dieselgipfel im vergangenen August.

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