Erdogan kündigt Militärschlag gegen Kurden im Nord-Irak an

Die Nachrichtenagentur Sana meldete am Mittwoch, bei einer "türkischen Aggression" auf den Ort Badina in der Kurdenregion Afrin seien mindestens neun Zivilisten getötet worden. In Ost-Ghouta soll Russland führende Rebellen getötet haben. Ihr Ziel ist, die Kurdenmiliz YPG von dort zu vertreiben. Aus syrischen Militärkreisen hieß es zudem, türkische Artillerie habe Mittwochfrüh südlich der Region Afrin auch einen Kontrollpunkt regierungstreuer syrischer Milizen beschossen und mindestens acht Kämpfer getötet. Die Offensive auf die Region ziehe sich bereits seit fast zwei Monaten hin, noch immer schlügen kurdische Einheiten die Angriffe "der türkischen Armee und der Söldner" zurück, erklärte er weiter.

Die Türkei steht laut Präsident Recep Tayyip Erdogan vor der vollständigen Einkesselung der nordsyrischen Stadt Afrin - und will ihren Kampf gegen Kurden nun auf den Irak ausweiten.

Am Montag flohen Tausende Zivilisten aus Afrin vor den heranrückenden türkischen Truppen in Gebiete, die von der syrischen Regierung kontrolliert werden. Ein YPG-Sprecher hatte diese Darstellung zurückgewiesen. Es gebe keinen Strom und keine Telefonverbindungen. Auch die Vorräte würden bald zu Ende gehen.

Die Kurden nahe Afrin drohten unterdessen mit massiver Gegenwehr. Sie fürchteten sich vor Grausamkeiten der türkischen Armee und deren Verbündeten gegen Kurden und die Minderheiten in der Stadt, sagte der Sprecher der kurdischen Partei PYD, Ebrahim Ebrahim.

Die Türkei will nach Worten ihres Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in Kürze auch gegen kurdische Milizen im Irak vorgehen. Die Türkei und syrische Verbündete hatten im Jänner eine Offensive auf die YPG in Afrin begonnen.

Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (Syrian Observatory for Human Rights, SOHR) sitzt in Großbritannien und will Menschenrechtsverletzungen in Syrien dokumentieren.

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