FSME-Zecken breiten sich nach Norddeutschland aus

Die Gefahr einer Infektion mit der tückischen Krankheit FSME breitet sich nach Erkenntnissen von Zeckenforschern in Deutschland nach Norden aus. Erstmals seien sogar Erkrankungen aus den Niederlanden gemeldet worden.

Nach Angaben der Forscher wurden im vergangenen Jahr in Deutschland bei knapp 500 Menschen FSME-Erkrankungen diagnostiziert - so viele, wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr. Wie ein solcher Erkrankungsherd in der Natur entstehe oder verschwinde, sei noch lange nicht geklärt, ergänzte Ute Mackenstedt, Leiterin des Fachgebiets Parasitologie an der Uni Hohenheim. Das Virus kann grippeähnliche Beschwerden bis hin zu einer gefährlichen Hirnhautentzündung verursachen und wird von Zecken übertragen, zumeist vom Gemeinen Holzbock. Es handle sich "um die zweihöchste je registrierte Zahl von Erkrankungsfällen", erklärte Gerhard Dobler vom Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr in München. "Noch ist nicht klar, wie lange diese Art schon in Deutschland heimisch ist und ob sie als FSME-Überträgerin in Frage kommt. Wichtig wäre auch abzuklären, ob mit ihr nicht neue Krankheiten nach Deutschland gelangten, wie etwa das Mittelmeerfieber", so Prof.

"Im Sommer 2017 gab es eine große Kältewelle". Zwei Wochen später wurde es sehr warm und wieder zwei Wochen später gab es einen großen Krankheitsausbruch. Wenn es immer wärmer wird und Sie luftiger bekleidet sind, sollten Sie besonders im hohen Gras auf Zecken achten.

Befund stellt Wissenschaftler vor Rätsel / 2017 erkrankten in Baden-Württemberg 180 Menschen.

Gegen FSME steht eine Impfung zur Verfügung.

Das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin ist mit den Schlussfolgerungen vorsichtiger.

Der Mediziner PD. Dr.

An Ärzte wird appelliert, die Impfung zu propagieren: "Zu den schweren FSME-Verläufen gehören Lähmungen, Koma, Krampfanfälle, Defektheilungen und vereinzelt auch Todesfälle", warnt Dobler.

Ein Erkrankungsrisiko birgt demnach auch Rohmilch. In Deutschland seien aber nur 20 Prozent der Bevölkerung geimpft. Nachdem 2016 zwei Menschen in Deutschland nach dem Genuss von Rohmilchkäse erkrankten, waren im vergangenen Jahr acht Menschen nach dem Genuss von Ziegenrohmilch betroffen. Genauso könnten Zecken, die das Virus in sich tragen, von einem Jahr auf das nächste verschwinden. Bei 100 Menschen, die von einer infizierten Zecke gebissen werden, bricht die Krankheit Experten zufolge bei 30 aus.

In den 1950er Jahren seien FSME-Erkrankungen durch infizierte Rohmilch deshalb vergleichsweise häufig gewesen.

Gewarnt wird auch vor FSME-Infektionen durch Rohmilch-Produkte von Weidetieren. Durch die Pasteurisierung von Milch sei die sogenannte "alimentäre FSME" heute jedoch eher eine Randerscheinung.

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