Morddrohung gegen Zentralrat der Muslime: Kölner Büro geschlossen

Köln (ots) - Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) hat nach einer Morddrohung am Mittwochvormittag seine Geschäftsstelle in der Kölner Innenstadt bis auf weiteres geschlossen. "Wir fühlen uns nicht ausreichend geschützt", sagte er zur Begründung. Darin befand sich ein Papier, auf dem der Absender eine Morddrohung gegen Mazyek ausspricht.

Eine Sekretärin hatte am Morgen einen Brief geöffnet, der mit einem Nazisymbol versehenen war. Das Büro am Sachsenring wurde geräumt.

In dem Briefumschlag befand sich auch ein weißes Pulver, das sich nach einer Untersuchung als ungefährlich herausstellte. Darin wird laut "Kölner Stadtanzeiger" direkt und unmissverständlich mit der Ermordung des MZD-Vorsitzenden Mazyek gedroht. Soykan sagte, nicht nur Mazyek, auch sie selbst und viele Mitarbeiter seien immer wieder Drohungen und Beschimpfungen ausgesetzt. Nazisymbole in dem Schriftstück deuten darüber hinaus auf einen Absender mit rechtsradikalem Hintergrund hin. Jetzt ermittle der Staatsschutz wegen Bedrohung und Nötigung.

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, sieht in Deutschland einen islamfeindlichen Trend.

Die Feuerwehr stufte das Pulver aber nicht als gefährlich ein, so die Sprecherin. Anfang Februar war ein Mensch bei einem Anschlag auf eine Moschee des ZMD in Halle verletzt worden. Am vergangenen Wochenende gab es in Berlin, Heilbronn, Meschede und Itzehoe unter anderem Brandanschläge auf zwei Moscheen sowie Angriffe auf muslimische Kultureinrichtungen.

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