Nach Missbrauchsvorwürfen: Met entlässt Dirigent Levine

Die Metropolitan Opera supendierte den 74-Jährigen.

Mit sofortiger Wirkung und endgültig hat sich die New Yorker Metropolitan Opera von ihrem Chefdirigenten Emeritus und bisherigen Leiter des Nachwuchsprogrammes, James Levine, getrennt. "Die Untersuchung hat glaubhafte Beweise erbracht, dass Herr Levine vor und während seiner Arbeit bei der Met sexuell missbrauchendes und belästigendes Verhalten gezeigt hat", hieß es in einer Mitteilung des Opernhauses vom Montagabend. Doch im vergangenen Dezember veränderte sich die Situation. Nun hat ihn die Met endgültig entlassen.

In einem Statement äußerte sich das Haus nun zu der Untersuchung. Die Met beauftragte daraufhin eine Anwaltskanzlei, die Vorwürfe zu untersuchen. In einem Statement bestätigt das Haus die Vorwürfe.

Im Lichte dieser Ergebnisse, so die Met in einer schriftlichen Stellungnahme, die der ARD vorliegt, halte man eine weitere Zusammenarbeit für unangemessen und ausgeschlossen. Es gebe "glaubwürdige Beweise", dass der Dirigent junge Musiker sexuell missbraucht habe, teilte das Opernhaus mit. Es habe Missbrauch und Belästigungen gegeben, sowohl bevor Levine für die Metropolitan Opera gearbeitet habe, als auch während seiner Zeit dort.

Bei den Recherchen zu der Untersuchung sollen Medienberichten zufolge Interviews mit 70 Personen geführt worden sein. In dem Schreiben hiess es zudem, dass es nach diesen Erkenntnissen unmöglich wäre, Levine weiterhin für die Met arbeiten zu lassen.

Levine, der 40 Jahre in leitender Position an der Met war, hatte die Anschuldigungen bereits zu einem früheren Zeitpunkt zurückgewiesen. Sie ist das älteste und grösste Opernhaus der USA und gehört zu den Spitzenopernhäusern der Welt.

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