Sechs Fahrkartenautomaten gesprengt - ist der Täter gefasst?

Am Freitagabend nahm die Polizei den Mann in seiner Wohnung im Landkreis Straubing fest.

Der arbeitslose 22-Jährige soll seit 6. Februar insgesamt sechs Fahrkartenautomaten an bayerischen Bahnhöfen gesprengt haben, um an das Bargeld im Inneren zu gelangen.

In einem Fall wird ein Mensch verletzt.

Der gesamte Sachschaden aus allen sechs Fällen beläuft sich auf mindestens 150.000 Euro.

In Eichstätt hatte am ersten Märzwochenende ein Fahrdienstleiter der Deutschen Bahn nachts laute Geräusche vom Bahnsteig in Wasserzell gehört und kurz darauf einen Mann gesehen, der einen brennenden Gegenstand in der Hand hielt. Der letzte Fall der Serie ereignete sich am 5. März gegen 4 Uhr in Neuhof an der Zenn (Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim). Laut Landeskriminalamt ist der Mann am vergangenen Freitag in seiner Wohnung festgenommen worden.

Im Laufe der Recherchen fand die vom LKA eigens gegründete "Ermittlungsgruppe Automat" heraus, dass sich der Verdächtige an mindestens zwei Tatorten zu den mutmaßlichen Tatzeiten aufgehalten hat. Bei der Durchsuchung fanden die Ermittler umfangreiches Beweismaterial und Geldscheine, die Teil der Beute sein könnten. Der Tatverdächtige wurde am 10. März dem Ermittlungsrichter vorgeführt, der Haftbefehl erließ. Dabei waren die Explosionen so heftig, dass nicht nur die Automaten komplett zerstört wurden. Auch an den Wartehäuschen entstand jeweils erheblicher Schaden.

Dass der oder die Täter mit brachialer Gewalt vorgegangen sind, zeigt das Beispiel einer Tat, bei dem die 50 Kilogramm schwere Tür eines Automaten fast 30 Meter weit geschleudert wurde. Nach den bisherigen Ermittlungen muss allerdings davon ausgegangen werden, dass die Automaten nicht von ihm alleine gesprengt wurden. Der Festgenommene macht zu den ihm vorgeworfenen Straftaten derzeit keine Angaben. Die Ermittlungen der EG Automat des Bayerischen Landeskriminalamtes und der Staatsanwaltschaft Ingolstadt dauern an, insbesondere werden weiterhin Zeugen gesucht, die an den oben genannten Tatorten und deren Umgebung verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben.

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