Skandal-Bistum: Am Limburger Bischofssitz schießen die Kosten wieder in die Höhe

Doch ein Mitarbeiter der Bischöflichen Verwaltung habe sich über diese Prämisse hinweggesetzt - mit kostspieligen Folgen. Ziel sei gewesen, die Räumlichkeiten mit "möglichst geringem finanziellen Aufwand" umzuwidmen, betonte das Bistum. Diese hätten im Frühjahr als Erweiterungsräume des Diözesanmuseums eröffnet werden sollen. "Bischof und Generalvikar wollen weiter an der Nutzung der Wohnung als Erweiterung des Diözesanmuseums festhalten", so die Diözese.

Im November 2017 habe der Mitarbeiter einen Architektenvertrag abgeschlossen und Fachplaner für eine Baumaßnahme über mehr als 400.000 Euro beauftragt. Die Diözese rechnet aufgrund bereits erbrachter Planungs- und Handwerkerkosten mit finanziellen Ansprüchen "im niedrigen sechsstelligen Bereich", welche man nun tragen müsse. Daraufhin habe man unverzüglich einen Baustopp ausgesprochen und mit der internen Aufklärung begonnen. Auch die Beratung und Freigabe in den Gremien der diözesanen Vermögensverwaltung war den Angaben zufolge nicht erfolgt.

Tebartz-van Elsts 2016 ernannter Nachfolger Georg Bätzing entschied, nicht im Limburger Bischofshaus zu wohnen, aber dort zu arbeiten.

Zudem habe der Mitarbeiter, gegen den nun arbeitsrechtliche Schritte eingeleitet worden seien, gegen das Vier-Augen-Prinzip bei der Planungsfreigabe verstoßen. "Wann die ursprünglich angedachten Umnutzungsmaßnahmen durchgeführt werden können, steht aktuell noch nicht fest", teilte das Bistum mit.

Wieder Ärger im Bistum Limburg um die Wohnung des früheren Bischofs Tebartz van Elst.

Dafür sollten Umnutzung beantragt, Brandschutz, Fluchtwege und Anschluss ans Museum geklärt werden. In der Kapelle wird gebetet und regelmäßig Gottesdienst gefeiert. In den Jahren 2013 und 2014 geriet das Bistum in die Schlagzeilen, weil die Kosten für die neue Residenz explodierten. Statt der kalkulierten 5,5 Millionen verschlang der Bau mehr als 30 Millionen Euro.

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