Statistisches Bundesamt zur Migration in 2016: Nettozuwanderung nach Deutschland bei 500.000 Personen

Demnach braucht Deutschland in den nächsten Jahrzehnten jedes Jahr im Schnitt mehr als eine halbe Million Zuwanderer, wenn es die Zahl der Arbeitskräfte und sein Sozialsystem bis zum Jahr 2050 stabil halten will.

Im Jahr 2016 sind 500.000 Menschen mehr nach Deutschland gezogen als das Land verlassen haben, berichtet das Statistische Bundesamt in Wiesbaden.

Im Jahr 2015 hatte der Wanderungsüberschuss noch 1,14 Millionen Personen betragen. Das berichtete das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag. Aufgrund methodischer Änderungen und technischer Weiterentwicklungen ab dem Berichtsjahr 2016 sind bei der Interpretation der Ergebnisse Einschränkungen in der Vergleichbarkeit mit dem Vorjahren zu berücksichtigen.

In der Wanderungsstatistik werden Zuzüge und Fortzüge von Personen dargestellt, die nach den melderechtlichen Regelungen bei den zuständigen Meldebehörden an- beziehungsweise abgemeldet werden. Ein Überblick über die statistischen Besonderheiten. Rund 51 Prozent aller Zugewanderten waren allerdings EU-Bürger, neun Prozent kamen aus europäischen Ländern, die nicht zur EU gehören. Im Jahr 2016 sank die Zahl der Zugewanderten wegen des abflauenden Flüchtlingsandrangs um 13 Prozent auf 1,86 Millionen. Fünf Prozent hatten die Staatsangehörigkeit eines afrikanischen Landes.

Einen rückläufigen Wanderungsüberschuss gab es sowohl für Asien, Europa als auch Afrika.

Innerhalb der EU sank der Wanderungsüberschuss zum Beispiel für Personen mit polnischer (von 63 000 auf 27 000) und rumänischer (von 92 000 auf 60 000) Staatsangehörigkeit.

Mit Blick auf die deutsche Nationalität treibt es mehr Menschen in die Ferne als zurück in die Heimat. Insgesamt 1,08 Millionen ausländische Personen (plus 224 000) wanderten 2016 aus Deutschland ab.

Diese Zahlen sind jedoch mit Vorsicht zu genießen. Lässt man diesen Personenkreis unberücksichtigt, hat es gegenüber 2015 sowohl bei den Zuzügen (115.000 Personen; minus 4 Prozent) als auch bei den Fortzügen (131.000 Personen; minus 5 Prozent) leichte Rückgänge gegeben.

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