Strache entschuldigt sich bei ORF-Moderator

Strache wird sich zehn Tage lang auf seiner Facebook-Seite und per Zeitungsanzeige für den Vorwurf der Lüge entschuldigen. Der FPÖ-Chef hatte vor einigen Wochen einen Facebook-Beitrag veröffentlicht, in dem neben dem Bild Wolfs zu lesen war: "Es gibt einen Ort, an dem Lügen zu Nachrichten werden".

Auslöser für den Konflikt zwischen dem prominenten ORF-Mitarbeiter und dem Vizekanzler war ein Facebook-Post, das Heinz-Christian Strache in der Nacht auf den Faschingsdienstag auf seinem Profil veröffentlicht hatte. Der Moderator verklagte ihn daraufhin wegen Kreditschädigung, Ehrenbeleidigung und übler Nachrede. Die Aussage "ziehe ich daher als unwahr zurück". Straches Sprecher bestätigte dies der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Das Posting wurde von Strache mit Emoji geschmückt und als "Satire" bezeichnet. "Strache verpflichtet sich, diese - oder sinngleiche - Behauptungen zu unterlassen". Mit diesen Worten beginnt ORF-Anchorman Armin Wolf auf seinem privaten Blog seinen neuesten Beitrag und erklärt, dass er sich mit Vizekanzler Heinz-Christian Strache außergerichtlich geeinigt hatte. Ausdrücklich halte ich fest, dass ich Dr. Die Veröffentlichung in der "Krone" ist laut seinem Sprecher für morgen, Mittwoch, geplant, ab dann soll die Entschuldigung auch zehn Tage lang in seinem Beitragsfeed fixiert bleiben.

In Straches Facebook-Chronik war das Posting am Dienstagnachmittag nicht mehr zu finden. Strache zahle außerdem neben den Verfahrenskosten eine 10 000-Euro-Entschädigung. Es liefen "Vergleichsgespräche zwischen den Anwälten", sagte ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz am Dienstag der APA.

"Mir scheint diese Lösung fair und sinnvoller als ein möglicherweise jahrelanger Rechtsstreit durch mehrere Instanzen, da ich nicht annehme, dass der Vizekanzler eine (wahrscheinliche) Verurteilung ohne Berufungsverfahren akzeptiert hätte", erklärte Wolf.

Straches Versuch, "den persönlichen Ruf von Journalisten zu beschädigen und deren Glaubwürdigkeit zu untergraben, verstehen wir als einen Angriff auf einen der wichtigsten Grundwerte demokratischer Ordnung, die Pressefreiheit", so die Unterzeichner, zu denen die Journalisten Claus Kleber und Frank Plasberg, die Moderatorinnen Marietta Slomka, Petra Gerster und Maybrit Illner sowie der Intendant der Berliner Staatsoper Jürgen Flimm zählen.

Der ORF hatte den Vizekanzler sowie das soziale Netzwerk auf Unterlassung und Widerruf geklagt. Von Facebook will man die netzwerkweite Löschung des Sujets, da ein Löschungsantrag erfolglos geblieben war.

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