Trump will mit EU über deren Zölle sprechen

Nach den Zoll-Drohungen gegen deutsche Autobauer hat die EU-Kommission US-Präsident Donald Trump vor einer weiteren Eskalation des Handelsstreits gewarnt. Kompromissbereitschaft lässt er jedoch nicht erkennen. Die Gespräche mit EU-Vertretern werde Handelsminister Wilbur Ross führen, schrieb Trump heute auf Twitter. Diese Handelsbeschränkungen seinen "nicht fair" für die US-Landwirte und -Produzenten.

Der Sprecher reagierte damit auf Äußerungen von Trump vom Wochenende. Die EU drohte daraufhin mit Gegenmaßnahmen.

Am vergangenen Samstag war in Brüssel Handelskommissarin Malmström mit dem US-Handelsbeauftragten Lighthizer zusammen gekommen. Die EU-Kommission prüft etwa Importabgaben auf US-Waren wie Whiskey, Motorräder und Erdnussbutter.

Die EU stelle als langjähriger und vertrauensvoller Partner keine Gefahr für die Sicherheit der USA dar, sagte Juncker am Dienstag vor dem Europäischen Parlament in Straßburg.

Von den Drohungen Trumps im Handelsstreit zeigte sich Malmström allerdings unbeeindruckt. Daimler und BMW leisteten einen "erheblichen Beitrag für die automobile Handelsbilanz der USA", sagte Bernhard Mattes, Präsident des Autoverbands VDA, dem "Handelsblatt" (Montag). Er werde "als Waffe" eingesetzt, "um zu drohen und einzuschüchtern".

Im Handelskonflikt zwischen EU und USA gibt es keine echten Anzeichen für Entspannung. Sie werde sich "gegen Rabauken" im internationalen Handel wehren.

Ein Sprecher der EU-Kommission wies den Vorwurf des US-Präsidenten zurück, Europa erhebe deutlich höhere Zölle als die USA. Man erwarte, dass es weitere Kontakte geben werde, hieß es von EU-Seite. In einzelnen Bereichen wie Lkw und Pickup-Trucks hätten dagegen die USA höhere Zölle. Dies gelte auch für andere Produkte wie Schuhe, Textilien oder Erdnüsse. Zudem müsse klar sein, dass zunächst einmal der Streit über die von Trump bereits erlassenen Schutzzölle auf Stahl- und Aluminium gelöst werden müsse. Von den Zöllen ausgenommen werden sollen aber zumindest vorläufig Kanada und Mexiko, mit denen die USA derzeit über eine mögliche Neufassung des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens Nafta verhandeln.

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