Türkische Streitkräfte haben Afrin eingekesselt

Bei Bombardierungen durch russische Kampfflugzeuge seien zwölf Mitglieder der mit Katar verbündeten Kämpfer der islamistischen Failak al-Rahman getötet worden, berichtete die Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

In Afrin selbst könnte nun ein verbissener Kampf zwischen den türkischen Soldaten und der YPG bevorstehen, die in den vergangenen Wochen Verstärkung aus anderen Landesteilen Syriens erhalten hat.

Bei ihrer Offensive gegen kurdische Kämpfer im Nordwesten Syriens haben die türkische Armee und ihre syrischen Verbündeten nach eigenen Angaben die Stadt Afrin eingekreist.

In der von türkischen Truppen weitgehend eingeschlossenen Stadt Afrin verschlechtert sich derweil die Versorgungslage für die Zivilbevölkerung täglich. "Wir werden den Widerstand fortsetzen, was immer es kosten wird", sagte der Sprecher der Kurdenmiliz YPG in der Stadt, Brosik Hassakah. Es gebe keinen Strom und keine Telefonverbindungen.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan fordert schon lange von den USA, dass diese ihre kurdischen Verbündeten in Manbidsch wieder auf Gebiete östlich des Euphrats abziehen, ansonsten würde die türkische Armee nach Afrin auch Manbidsch angreifen.

Das sei ein wichtiger Fortschritt in der Offensive gegen die YPG, erklärte das Militär am Dienstag. "Auch wenn die Sorge um die Grenze für die Türkei legitim ist, rechtfertigt das nicht das Ausmaß der Aktion der türkischen Truppen in dem Gebiet von Afrin". Aus dem Präsidialamt wurde später korrigiert, der Präsident hoffe, dass die Einkesselung der Stadt bis zum Abend vollkommen abgeschlossen sei.

Präsident Erdogan will Afrin "von Terroristen säubern". Die Türkei vertritt jedoch den Standpunkt, dass ihre Operationen gegen die YPG nicht von der Ende Februar verabschiedeten UN-Resolution betroffen sind.

Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana berichtete, dass die Regierungstruppen tief in das Gebiet vorgerückt seien, um eine Hauptstrasse zwischen dem Süden und dem Norden Ost-Ghutas zu blockieren. Nur wenige hundert Meter hätten die nordwestsyrische Stadt von Ankaras Streitkräften getrennt, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in der Nacht zum Sonntag mit. Das Militär habe die Kontrolle über "entscheidende Gebiete" der Stadt übernommen. Die Angaben der Beobachtungsstelle sind aus dem Ausland nicht zu überprüfen.

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