US-Schüler verlassen Unterricht - Protest in Washington

In den USA gedenken heute Schüler mit 17-minütigen Ausständen der Opfer des Amoklaufs an einer Schule in Florida.

In Parkland, wo ein 19-Jähriger in der Marjory Stoneman Douglas High School am 14. Februar 14 Schüler und drei Erwachsene erschossen hatte, versammelten sich Schüler auf einem Sportplatz. Um 10 Uhr Ortszeit wollen sie unter dem Motto "Enough" ("Genug") ihre Klassenzimmer für 17 Minuten zu so genannten "Walkouts" verlassen. Jede Minute ist dabei einem der Opfer gewidmet. In Massachusetts und Ohio wollten Schüler in die Parlamentsgebäude ziehen, um für neue Waffenregulierungen einzutreten. Mehrere engagierte Jugendliche erhoben in den Medien und bei diversen Protestaktionen ihre Stimme, um härtere Waffengesetze und ein Umdenken bei amerikanischen Politikern zu fordern. Organisiert wird die Aktion von der Jugendorganisation Empower. Ihren Angaben zufolge sind insgesamt 2.800 Walkouts angemeldet. "Ohne rechtliche Schutzmassnahmen wird dieser Horror weitergehen, bis alle Klassenzimmer von Schülern verlassen und mit Furcht gefüllt sind".

Wie die Schüler die 17 Minuten gestalten, steht ihnen frei: Sie können der Toten still gedenken, aber auch gemeinsam singen, die Namen der Opfer rezitieren oder Menschenketten bilden.

Die Schüler wollten auf verschiedene Weise an den Streiks teilnehmen: Einige planten Kundgebungen auf den Straßen ihrer Orte, andere wollten in ihren Turnhallen oder auf Sportfeldern demonstrieren.

Um die Zahl zu ermitteln, hatte Avaaz Zahlen aus einem Bericht des US-Kinderärzteverbandes verwendet und hochgerechnet. Die Aktivisten stellten sie in etwa 80 Reihen über die Rasenfläche verteilt auf.

Nach dem Massaker am Valentinstag war in Florida und weit darüber hinaus eine Protestbewegung von Schülern entstanden. Zehntausende Teilnehmer werden dazu erwartet, in den ganzen USA sollen ausserdem Ableger-Märsche stattfinden. Auch für den 20. April, den Jahrestag des Amoklaufs an der Columbine Highschool in Colorado 1999, sind Protestaktionen geplant.

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