VW: Kündigung von mutmaßlichem Islamisten unwirksam

Der 30-Jährige betrat das Landesgericht Hannover am Montag in Jogginghose.

Unter der Aufsicht eines Justizbeamten muss er das Video löschen, da er keine Drehgenehmigung hat. Zum Beispiel bei einer Betriebsversammlung, zu der bis zu 10 000 Arbeiter kommen. Und Samir B. war offenbar mehr in deren Aktivitäten verwickelt, als er zugeben will.

Laut dem Gericht wollte der Mann aus Wolfsburg im Dezember 2014 nach Istanbul fliegen. Die hiergegen gerichtete Klage wurde vom VG Braunschweig zurückgewiesen (Urt. v. 7.9.2016 - 5 A 99/15).

Auch soll Samir B.in Fußgängerzonen den Koran verteilt haben. Immer wieder wurde er mit dem Islamisten Pierre Vogel gesehen. Im Januar dieses Jahres hat der Kläger einen neuen Reisepass erhalten. VW will den Mann unbedingt loswerden, bietet ihm auf Anraten des Richters sogar einen Vergleich über 65 000 Euro inklusive sauberem Arbeitszeugnis an - der Islamist wirkt nicht abgeneigt, fragt mehrfach, was ihm das netto bringen würde.

Doch seine Anwälte lehnen den Deal ab!

Um 18.39 Uhr gibt das Gericht das Urteil bekannt: Es hält die Kündigung für unwirksam! VW habe nicht darlegen können, dass der Betriebsfrieden konkret gestört sei.

Ein bei Volkswagen Beschäftigter ist nicht auf Grund seiner Zugehörigkeit zur Jihad-Bewegung fristlos oder ordentlich kündbar - selbst dann nicht, wenn der Reisepass abgenommen wurde, urteilte das LAG Niedersachsen. Gut möglich, dass der Konzern mit dem Fall auch noch vors Bundesarbeitsgericht zieht.

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