"A Quiet Place": Ein stiller Horrorthriller

Habt ihr Lust, euch A Quiet Place anzusehen? Und sie attackieren alles, was Laut gibt.

Trotzdem fällt "A Quiet Place" nach seinem fesselnden Auftakt sukzessive in sich zusammen, so dass im letzten Drittel nur eine bildgewaltige, präzise geschnittene Silosequenz aus dem Sturm an Zufällen, altgedienten Genremotiven und wundersamen Entscheidungen heraussticht. Entsprechend werde ich auch nur wenige Infos zum Inhalt preisgeben.

Anschauen kann man sich das Endergebnis übrigens schon in knapp zwei Wochen. Sie verständigen sich über Gebärdensprache und durchbrechen auch sonst nicht den Mantel des Schweigens, der über allem liegt. Auch die Kommunikation im Film selbst erfolgt über Gestensprache. Wenn Evelyn Abbott (hervorragend: Emily Blunt) ihre Kinder erzieht, geschieht dies in absoluter Stille. Lerninhalte werden via Gesten vermittelt und gegessen wird nicht mit Löffel und Gabel, sondern mit geräuschdämmenden und zweckentfremdeten Utensilien. Das Spielzeug-Geräusch ist tödlich. Man versucht einfach, ein normales Leben zu führen; nur eben deutlich leiser, als man das gewohnt ist.

Horror-Fans dürfen sich auf etwas gefasst machen.

Ob ihr mit den Lobgesängen der Kritiker übereinstimmt, könnt ihr ab dem 12.04.2018 überprüfen, wenn A Quiet Place hierzulande in den Kinos anläuft. Ebenso positiv treten sowohl Emily Blunt und John Krasinski als auch die Jungdarsteller Millicent Simmonds und Noah Jupe in Erscheinung, die hier wirkliche Glanzleistungen hinlegen. Ihm kann ich aber, zumindest für die Arbeit vor der Kamera, nur ein Lob aussprechen. Dass nicht alles wie erhofft klappt, gehört zu den Gesetzen des Horrorkinos. Einer Familie gelang es jedoch, bis dato auf einer Farm zu überleben. Die Darsteller leisten gute Arbeit. Emily Blunt und Millicent Simmonds stechen aber heraus. Denn in John Krasinskis dystopischem Horrorthriller "A Quiet Place" jagen furchteinflößende außerirdische Monster nach Gehör. Das wäre eines der erfolgreichsten Startwochenenden eines Horrorfilms überhaupt! Die Geburt des Kindes zählt zu den spannendsten und dramatischsten Szenen des Films. Bryan Woods und Scott Beck, die das ursprüngliche Drehbuch geschrieben hatten, hatten in ihrem Entwurf nur eine einzige Zeile an Dialog.

In den USA belegt der Horror-Streifen "A Quiet Place" bereits Platz 1 der Kinocharts. Mit anderen Worten, ist es ein sehr guter Horror-Film. Und dann wird dieser originelle Horrorfilm zu einem alltäglichen Stück Genrelärm. Angesichts des immensen US-Kassenerfolgs von "A Quiet Place" besteht die Hoffnung, dass die unvermeidliche Fortsetzung einen draufsetzt und dieses werdende Franchise einen auf "The Purge" macht: Teil eins führt eine originelle Idee in Form eines sehr gewöhnlichen Films ein – und die Fortsetzungen schöpfen endlich das Potential des Grundkonzepts.

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