Abstieg rückt für HSV und Köln näher - Kovac verliert mit Frankfurt

Der HSV konnte froh sein, am Samstag nicht ein halbes Dutzend Tore kassiert zu haben - derart deutlich war das aus der Überlegenheit in allen Teamteilen rührende Chancenplus der Gastgeber. Der neue Trainer des Hamburger SV ist im nahen Mannheim geboren und aufgewachsen, Freunde und Eltern waren am Samstagnachmittag ins ausverkaufte Stadion der TSG gekommen, aus Hamburg rund 3000 Fans in die Kurpfalz gereist.

Die Hamburger müssen nun hoffen, dass der SC Freiburg am Montagabend in Mainz gewinnt. Die Spielidee von Trainer Christian Titz ist allzeit sichtbar. "Da haben die Spieler die Antwort gegeben", sagte Titz, der dann sogar die Mutter aller Phrasen im Abstiegskampf auspackte: "So lange es rechnerisch noch möglich ist, werden wir nicht aufgeben".

Die mutige Handschrift von Titz war auch in Hoffenheim zu sehen.

Nach der Pause beruhigte sich auch das Hoffenheimer Spiel zusehends, weil von den Hamburgern keine Gefahr mehr drohte.

Die Hoffenheimer sind nun seit sieben Spielen ungeschlagen und rückten durch den Erfolg wenigstens für eine Nacht auf den fünften Platz vor. Diesen Rückstand als ohnehin schlechteste Rückrundenmannschaft bei noch zu vergebenden zwölf Zählern aufzuholen, ist nahezu aussichtslos. Der 46-Jährige, dessen Wechsel zum deutschen Rekordmeister Bayern München am Vortag offiziell bestätigt worden war, unterlag mit den Hessen bei seinem Ex-Klub und direkten Konkurrenten Bayer Leverkusen verdient 1:4 (1:1). In den vergangenen sechs Spielen traf Gnabry sechs Mal. Gnabrys Auswechslung (57.) wegen Problemen in der Oberschenkelmuskulatur war eine Vorsichtsmaßnahme.

"Vielleicht wird Serge ja noch die Überraschung im WM-Kader", sagte Hoffenheims Sportdirektor Alexander Rosen. Und auch Linksverteidiger Nico Schulz bewies erneut, dass er auf seiner Position zu den Besten der Liga gehört. "Wir bleiben auf dem Gaspedal". Die Kraichgauer haben die unruhige Frankfurter Eintracht am Wochenende schon mal überholt, die nächste Aufgabe führt Hoffenheim zum Sechspunktespiel nach Leipzig. Im Herbst noch war Nagelsmann Gegenstand der Spekulationen um die Heynckes-Nachfolge.

In Hoffenheim ist dank einer langfristigen, konsequent auf Nachwuchsarbeit basierenden Strategie etwas so gut zusammengewachsen, dass der Verein sich anschickt, im zweiten Jahr in Folge auf europäischem Terrain unterwegs sein zu dürfen.

Der Ligaverbleib des HSV wäre bei noch vier ausstehenden Spielen (gegen Freiburg, in Wolfsburg und Frankfurt sowie gegen Gladbach) ein großes Fußballwunder. Somit nähert sich der Tabellenletzte dem sechsten Abstieg der Vereinsgeschichte. Trotz des zweiten Gegentors hielten die Hamburger an ihrer offensiven Ausrichtung fest.

Rückschlag für den HSV nach dem furiosen Sieg gegen Schalke: Nach dem 0:2 (0:2) in Hoffenheim schwindet beim Bundesliga-Gründungsmitglied die Hoffnung auf den Klassenerhalt.

Das 3:2 am vergangenen Spieltag gegen Schalke 04 scheint ein Ausrutscher nach oben gewesen zu sein.

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