Angriff in Syrien UN-Sicherheitsrat lehnt Russland Resolution ab

Russland hat den Luftangriff der Westmächte auf Syrien auf das Schärfste verurteilt und den Sicherheitsrat eingeschaltet.

Als Reaktion auf den mutmaßlichen Giftgaseinsatz flogen die USA, Frankreich und Großbritannien am Samstag früh Luftangriffe in dem Bürgerkriegsland. Der mutmaßliche Chemiewaffeneinsatz durch die Regierung des syrischen Machthabers Baschar al-Assad in Duma vor einer Woche habe nach einer "kollektiven und wirksamen" Antwort der internationalen Gemeinschaft verlangt. Zwar seien Spezialisten der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) in die Region entsandt worden. Außerdem solle die syrische Regierung "ohne Vorbedingungen" und "konstruktiv" Verhandlungen mit den Rebellen aufnehmen. Darüber sei aber zunächst nicht weiter gesprochen worden, sagten UN-Diplomaten nach der Sitzung. Wann darüber abgestimmt werden soll, ist unklar. Paris wolle Zeit für "echte Verhandlungen" lassen, hieß es. In den vergangenen Monaten hat die Türkei aber auch eng mit Russland zusammengearbeitet, um eine politische Lösung für den Syrien-Konflikt zu erreichen. Der Rat lehnte den Entwurf am Samstag mit acht zu drei Stimmen ab.

In dem Entwurf wurde die "Aggression" als Verstoß gegen internationales Recht und die UN-Charta bezeichnet.

Zuvor hatte Russland die USA im Sicherheitsrat scharf angegriffen.

Die USA würden mit dem Angriff die humanitäre Katastrophe in Syrien weiter verschlimmern und "eine neue Flüchtlingswelle provozieren". Die von Washington betriebene Eskalation destabilisiere den gesamten Nahen Osten. Dort müssten die "aggressiven Aktionen der USA und ihrer Verbündeten" besprochen werden, teilte der Kreml mit. Dies sei neokoloniales Auftreten und erinnere an das Verhalten von "Hooligans". Deutschland unterstütze es, dass die amerikanischen, britischen und französischen Verbündeten als ständige Mitglieder des Uno-Sicherheitsrats in dieser Weise Verantwortung übernommen hätten. Sie sei davon überzeugt, dass die Angriffe die Fähigkeit Syriens, chemische Waffen einzusetzen, "deutlich reduziert". Die Assad-Regierung setze ohne jede Schuldgefühle oder Zeichen des Bedauerns Giftgas ein.

Syrien und sein Verbündeter Russland dementieren dagegen, dass in Duma Chemiewaffen zum Einsatz kamen. Es gebe klare Hinweise, dass Assad verantwortlich sei. "Alle Terroristen haben Douma verlassen, ihre letzte Bastion in Ost-Ghouta", sagte ein Armeesprecher nach Angaben der staatlichen syrischen Nachrichtenagentur Sana.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 15. April 2018 um 05:05 Uhr.

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