Antisemitischer Übergriff in Berlin Jüdischer Mann mit Kippa auf Straße angegriffen

Wieder ein antisemitischer Vorfall, wieder schlägt der Täter zu, wieder vor Zeugen mitten in Berlin. Ein Video der Tat im Stadtteil Prenzlauer Berg, das der Betroffene in einer Facebook-Gruppe teilte, zeigt, wie der mutmaßliche Täter mit einem Gürtel auf das filmende Opfer einschlägt und ihn wiederholt auf arabisch als Jude bezeichnet. In dem Video ist auch zu hören, wie das Opfer dem Schläger nachruft: "Jude oder nicht Jude - du musst damit klarkommen!" Im Jahr 2017 waren bei der Polizei 288 antisemitisch motivierte Taten registriert worden - was einer Verdopplung seit 2013 entspräche.

Der Vorfall ereignete sich nach Polizeiangaben gegen 20 Uhr in der Raumerstraße nahe dem Helmholtzplatz. Nun wurde ein junger Mann wegen seiner Kippa mit einem Gürtel geschlagen.

Der jüdische Mann war in Begleitung eines 24-Jährigen. Am Dienstagabend wurde ein junger Jude am Hemholtzplatz Opfer einer Prügelattacke, nur weil er eine Kippa trug. Laut den Beamten, waren der 21-jährige Israeli und sein 24 Jahre alter deutscher Begleiter am Dienstagabend in Prenzlauer Berg unterwegs, als die drei Täter die beiden Männer zunächst beleidigten.

Die Polizei Berlin ermittelt, spricht von einem antisemitischen Angriff. Sie sollten damit fitter werden im Kampf "gegen Mobbing, blinde Wut, Hass und Gewalt", sagte der Präsident der Kultusministerkonferenz (KMK), Thüringens Kultusminister Helmut Holter (Linke), der "Bild"-Zeitung". Doch dieser hatte nun eine Flasche in der Hand. Das Trio konnte flüchten.

Ein Sprecher des Jüdischen Forums für Demokratie und gegen Antisemitismus e.V. zeigte sich empört von dem Vorfall: "Es ist unerträglich anzusehen, dass ein junger jüdischer Mann auf offener Straße im gut situierten Berliner Stadtteil Prenzlauer-Berg angegriffen wird, weil er sich als Jude zu erkennen gibt", sagte Levi Salomon. "Wir brauchen keine Sonntagsreden mehr, sondern es muss gehandelt werden".

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