Bericht: VW ließ Zulieferer der Prevent-Gruppe beschatten

Wolfsburg Einem Bericht zufolge soll VW den Zulieferer Prevent ausspioniert haben.

Prevent erklärte, die Verantwortlichen bei VW müssten umgehend und abschließend Klarheit schaffen. Dabei seien sogar Privatadressen von Mitgliedern der Eigentümer-Familie und aus dem Management ins Visier genommen worden. Zunächst hatte die "Bild am Sonntag" (BamS), die sich auf Unternehmenskreise beruft, darüber berichtet. "Das Vorgehen von VW hat uns zutiefst schockiert, vor allem, weil offenbar auch das Privatleben von Mitarbeitern ausgeforscht wurde". Ziel des Autobauers sei es gewesen mehr Transparenz über die Unternehmensgruppe zu erhalten. Wie die Bild am Sonntag berichtete, beauftragte ein Jurist aus der VW-Einkaufsabteilung über die Kanzlei Hogan Lovells eine Berliner Sicherheitsfirma, die Informationen über insgesamt 37 "Zielpersonen" beschaffen sollte. "Nach unseren Erkenntnissen sind die Recherchen von dem Dienstleister stets im Rahmen der rechtlichen Vorschriften durchgeführt worden", sagte der Sprecher demnach. Dabei habe man betont: Alle gesetzlichen Regeln seien einzuhalten, sagte ein Vertreter der Kanzlei der Deutschen Presse-Agentur.

Volkswagen ließt im Streit mit der Prevent-Gruppe den Zulieferer wohl beschatten. Hintergrund seien von Volkswagen am 21. März fristlos gekündigte Lieferverträge mit drei Prevent-Töchtern. Der Autobauer hatte dazu erklärt: "Volkswagen ist auf eine jederzeit planbare und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit seinen Lieferanten angewiesen". Zwei Prevent-Tochterunternehmen hatten VW im August 2016 kurzfristig nicht mehr mit Sitzbezügen und Getriebeteilen beliefert. Auch Hogan Lovells stellte die Lage so dar. Die Folge waren 160 Tage Produktionsstopp, ein Minus von 140.000 Fahrzeugen und Zwangsurlaub für rund 18.000 Beschäftigte. Bereits vor eineinhalb Jahren hatte der damalige VW-Konzernchef Matthias Müller angekündigt, die Lieferketten durchleuchten zu lassen, um beim Ausfall zentraler Partner die Schäden begrenzen zu können. Daimler liegt mit der Prevent-Gruppe in ähnlicher Weise im Clinch.

Hinter Prevent steht die bosnische Investorenfamilie astor, die mit der gescheiterten Machtübernahme beim Autozulieferer Grammer und ihrer Beteiligung am inzwischen insolventen Küchenhersteller Alno für Schlagzeilen gesorgt hatte.

Ausgabe: