Berliner bei Demo gegen "Mietenwahnsinn"

Mit einer großen Demonstration wollen Mieterinitiativen am Samstag (14 Uhr) in Berlin gegen steigende Mieten und den knappen Wohnraum protestieren.

Bei ähnlichen Demonstrationen im September 2016 und im April 2017 waren es nur jeweils mehrere hundert Teilnehmer auf die Straße gegangen.

Viele hielten und schwenkten Transparente und Schilder.

► Ein älteres Paar aus Berlin-Pankow berichtete von dem erfolgreichen Widerstand gegen Mieterhöhungen. Der Protestzug führte vom Potsdamer Platz durch Schöneberg bis nach Kreuzberg. Wohnen dürfe kein Geschäftsmodell sein, Häuser dürften nicht für Gewinn gebaut werden. "Seit Jahren schaut die Bundesregierung nur zu und opfert das Grundrecht auf Wohnen den Immobilienspekulanten".

Zustimmung erhielten die Demonstranten vom Regierenden Berliner Bürgermeister Michael Müller (SPD). Eine Mieterin aus Charlottenburg sagte, dass es sich zu kämpfen lohnt.

85 Prozent aller Menschen in Berlin leben in Mietwohnungen.

Berlins Bausenatorin Katrin Lompscher (Linke), die selbst mitdemonstrierte, sah die Bundesregierung in der Pflicht. "Der Bund muss jetzt liefern". "Als Allererstes brauchen wir tatsächlich Umsteuerungen im Mietrecht", sagte Lompscher.

Die Preise auf dem Berliner Immobilienmarkt steigen derzeit rapide: Laut einer Studie des Beratungsunternehmens Knight Frank sind in keiner anderen Großstadt der Welt die Preise für Immobilien im vergangenen Jahr so stark gestiegen wie in der deutschen Hauptstadt. Dass bei bestehenden Verträgen die Miete um 15 Prozent in 3 Jahren steigen dürfe, sei beispielsweise zu hoch.

Die Berliner CDU hingegen sieht die Verantwortung für die steigenden Mieten bei der rot-rot-grünen Landesregierung. "Berlins Mieten-Problem entsteht nicht, weil mit Wohnungen Geld verdient wird, sondern weil der Senat schlichtweg zu wenig baut", erklärte Christian Graeff, Sprecher für Bauen und Wohnen der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus. "In keiner Stadt ist so eine Situation haltbar, dass es so viele Wohnungssuchende gibt, die auch daran scheitern, weil es nicht genug Wohnungen gibt und weil die Wohnungen auch zu teuer geworden sind und noch kein Ende in Sicht ist".

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