Börsengang ist für VW-Truck-Chef nicht ausgemacht

Erwartet wird, dass VW Truck & Bus im Startquartal 2019 an die Börse geht. Mit der neuen Partnerschaft unterstreicht die VW-Sparte mit den Lkw- und Busmarken MAN, Scania und dem Nutzfahrzeuggeschäft in Brasilien ihren Anspruch, ein globaler Champion im Nutzfahrzeuggeschäft zu werden und dem Marktführer Daimler Kunden abzujagen.

Der Lastwagen- und Maschinenbaukonzern MAN wird in den nächsten zwölf Monaten aufgespalten. "Das heißt aber nicht automatisch, dass wir dann an die Börse gehen".

Der Autobauer VW hat große Pläne für sein Lastwagengeschäft, zu dem auch die vor einigen Jahren zugekauften Traditionsmarken MAN und Scania gehören.

MünchenDie Lkw-Sparte von Volkswagen erwägt eine Komplettübernahme des US-Truckherstellers Navistar. "Das ist ein Riesending, das wir uns da vorgenommen haben".

In den nächsten zwölf Monaten wolle sich VW Truck & Bus in eine europäische Aktiengesellschaft (SE) umwandeln und börsenfähig werden. Wie Renschler ausführte, arbeiten derzeit rund 150 Menschen daran, die Kapitalmarktfähigkeit der Sparte herzustellen. Unter Zeitdruck sei dies nicht zu entscheiden. Diese passten nicht zu der kapitalmarktfähigen Firma.

Die MAN-Sparte Diesel & Turbo werde aus dem MAN-Konzern ausgegliedert und direkt dem VW-Konzern unterstellt, sagte Renschler. Man müsse "gemeinsam mit Volkswagen" eine Lösung finden. Zur Sparte MAN Diesel & Turbo gehört auch die frühe. Die Struktur sei komplex, räumte Renschler ein. Der Sitz des Truckkonzerns werde innerhalb eines Jahres von Braunschweig nach München verlegt. Die dafür nötige Summe von drei bis vier Mrd.

Weltweit erwirtschaftete VW Truck & Bus im vergangenen Jahr 24 Milliarden Euro Umsatz, Konkurrent Daimler kam auf 36 Milliarden. Ab der Schwelle von 17 Prozent müssten die Wolfsburger den Navistar-Aktionären ein Übernahmeangebot machen. Renschler bekräftigte zudem, MAN werde die Zusammenarbeit mit seinem chinesischen Partner Sinotruk vertiefen.

Mit Hilfe einer breiteren internationalen Aufstellung und mehr Einspareffekten innerhalb des Truck-Konzerns soll die Rendite gesteigert werden. Gründler sagte, das Ziel von neun Prozent solle bis Mitte der nächsten Dekade erreicht werden. Für 2019 wünsche er sich einen Wert über acht Prozent. Auf die Frage nach Details zu Anteilsverkäufen antwortete er: "Da ist nichts vorbereitet". Die Frage nach seinen persönlichen Zukunftsplänen ließ der Manager, der Ende März 60 Jahre alt geworden ist, offen - und zeigte stattdessen ein Handyfoto seiner kleinen Tochter.

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