British Airways-Mutter IAG denkt über Norwegian-Kauf nach

Mit der Stellungnahme reagierte IAG auf einen Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg über die Pläne, Norwegian könnte einem solchen Deal inklusive Schulden mit etwa drei Milliarden US-Dollar (2,4 Mrd Euro) bewertet werden, berichtete Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.

Die British-Airways-Mutter IAG fasst eine Übernahme des norwegischen Billigfliegers Norwegian ins Auge.

Die Minderheitsbeteiligung solle IAG in eine gute Position bringen, mit Norwegian in Gespräche zu treten.

Am Finanzmarkt kamen die Nachrichten glänzend an. Bislang habe es jedoch keine entsprechenden Gespräche gegeben. Die Aktien der expansionsstarken Fluggesellschaft stiegen in Oslo um bis zu 26 Prozent.

Die Übernahmefantasien bescherten Norwegian den größten Kurssprung der Firmengeschichte. Wie die IAG-Tochter Air Lingus bietet Norwegian zahlreiche Transatlantikflüge über Dublin an.

Norwegian hat sich in den vergangenen Jahren zu einer der führenden Billigfluggesellschaften Europas entwickelt, ist aber deutlich kleiner als Ryanair und Easyjet. Analyst Daniel Roeska von Bernstein hält allerdings vor allem andere Optionen als eine Komplettübernahme der Norweger für attraktiv: Synergien der Netzwerke heben bei minimalen Kapazitätsüberschneidungen und ohne die hohen Kosten eines Kaufs. So fliegt die Airline mit modernen Flugzeugen vom Typ Boeing 787 "Dreamliner" in die USA, etwa nach Florida, New York und Los Angeles. Wegen des riskanten Kurses hatte Ryanair-Chef Michael O'Leary Norwegian schon länger das Aus prognostiziert, was das Management von Norwegian entschieden zurückwies.

IAG hat ebenfalls Billigflüge auf der Langstrecke für sich entdeckt und unter dem Namen "Level" eine eigene Airline für dieses Geschäftsmodell gegründet.

Vueling hatte Ende 2017 die insolvente Air-Berlin-Tochter Niki übernehmen wollen.

Dieser Artikel wurde am 12.04.2018 um 14.34 Uhr aktualisiert.

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