Chemiewaffenexperten untersuchen Angriff in Syrien

Die Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) wird in Kürze ihre Mission in die syrische Stadt Duma schicken, um die Informationen über eine mutmaßliche Chemiewaffenattacke in der Stadt zu ermitteln. Dort sollen sie einen möglichen Angriff mit Chemiewaffen untersuchen, wie die OPCW in Den Haag mitteilte.

Bei Angriffen der syrischen Armee auf die letzte verbliebene Rebellenhochburg in Ost-Ghuta sind Dutzende Menschen getötet worden.

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor die "abscheuliche Tat" verurteilt und eine "harte Antwort" angekündigt. Wie diese aussehen soll, ließ die Regierung in Washington bislang offen - sie hatte jedoch auch militärische Schritte nicht ausgeschlossen. Trump sagte nun eine Reise nach Peru und Kolumbien ab, die am Ende der Woche angesetzt war. Präsident Emmanuel Macron hatte im Februar mit einem Militärschlag gedroht, sollten syrische Regierungstruppen mit C-Waffen Zivilisten töten.

Die USA wollen auch den UN-Sicherheitsrat über eine Resolution zum mutmaßlichen Giftgasangriff in Duma abstimmen lassen. Diese Aufgabe hatte zuvor der Joint Investigative Mechanism (JIM) übernommen, ein Team aus Experten der Vereinten Nationen und der OPCW. Deren Mandat lief jedoch im November aus: Russland hatte mit seinem Veto im Sicherheitsrat die Verlängerung verhindert.

Für viele Staaten, darunter Großbritannien und Deutschland, ist der Einsatz von Giftgas quasi erwiesen. "Ich glaube, dass die Evidenz, dass dort Chemiewaffen eingesetzt wurden, sehr, sehr klar und sehr deutlich ist".

Die syrische Nachrichtenagentur Sana verwarf die Berichte unterdessen als unwahr. Derartige Berichte dienten nur dazu, das Vorrücken der syrischen Armee zu hindern.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 10. April 2018 um 18:00 Uhr.

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