Chinas Wirtschaft zieht an - Keine Angst vor Handelskrieg

Peking (Reuters) - Die chinesische Wirtschaft ist im ersten Quartal trotz eines Handelsstreits mit den USA etwas stärker gewachsen als von Experten vorhergesagt. Analysten hatten mit einer Zunahme des Wirtschaftswachstums um 6,7 Prozent gerechnet. "Chinas Wirtschaft dürfte beeinträchtigt werden, aber nicht sehr", sagte der Pekinger Wirtschaftsprofessor Hu Xingdou der Deutschen Presse-Agentur. Nach seinen Schätzungen würde selbst ein kompletter Handelsstopp mit den USA oder ein Handelskrieg das Wachstum Chinas nur zwischen 0,3 und 0,6 Prozentpunkte reduzieren. Vor über zehn Jahren trugen Exporte noch knapp 40 Prozent zu Chinas Wirtschaftsleistung bei - mittlerweile sind es laut Weltbank weniger als 20 Prozent.

US-Präsident Donald Trump ist das hohe Handelsbilanzdefizit mit China ein Dorn im Auge. Im vergangenen Jahr hatte das Bruttoinlandsprodukt der Volksrepublik um 6,9 Prozent zugelegt.

Das Weiße Haus begründet sein scharfes Vorgehen aber auch mit chinesischen Verstößen gegen Urheberrechte und dem Diebstahl von Technologie, wodurch das Ungleichgewicht im Handel noch größer werde. Trump legte nach, indem er weitere Strafzölle auf Einfuhren von 100 Milliarden US-Dollar plant.

Im Handelsstreit mit Amerika hat China vorübergehende Straf-Zölle auf amerikanisches Getreide verhängt, zugleich aber Gesprächsbereitschaft signalisiert. Eine endgültige Entscheidung werde später getroffen. Das teilte die staatliche Kommission für nationale Entwicklung und Reformen mit.

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