Der US-Militärschlag nach Giftgasangriff in Syrien 2017

Russland, das den syrischen Machthaber Assad unterstützt und in Syrien mit Kriegsschiffen, Kampffliegern und Luftabwehrsystemen militärisch präsent ist, warnt seit Tagen eindringlich vor einem US-Angriff auf Syrien. Immerhin versuchten die US-Beamten in der vergangenen Woche, Präsident Trump davon abzubringen, das militärische Engagement der USA in Syrien zu beenden.

Trump nannte keine Details des angekündigten Angriffs und teilte nicht mit, ob es sich um amerikanische Raketen handeln werde. Moskau dürfe sich nicht mit einem "Tier" verbünden, das mit Gas töte, fügte er hinzu und meinte damit offensichtlich den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad.

Sollten die USA oder Frankreich also Bomber- oder Kampfflugzeuge schicken, um möglichst punktgenau strategisch wichtige Ziele in Syrien zu zerstören, könnten die Maschinen abgeschossen werden und die Piloten ums Leben kommen, was den Konflikt dramatisch ausweiten würde.

Unterdessen soll Großbritannien einer Zeitung zufolge seine U-Boote für einen etwaigen Militärschlag in Stellung bringen. Premierministerin Theresa May habe ihnen befohlen, sich in Reichweite für einen Angriff mit "Tomahawk"-Marschflugkörpern zu bringen, berichtet der "Daily Telegraph" unter Berufung auf Regierungskreise". Kornblum führt die Äußerungen Trumps auf dessen "Verärgerung" über den mutmaßlichen Chemiewaffeneinsatz in der Stadt Duma am Samstag zurück. Vizepräsident Mike Pence habe die Zusammenkunft am Mittwochnachmittag geleitet, sagte die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Sarah Huckabee Sanders. Die SZ hat eine Übersicht zusammengetragen über die Militäreinheiten der USA und ihrer Verbündeten sowie der Streitkräfte Russlands im östlichen Mittelmeer und Syrien. "Die dritte Option liegt zwischen den beiden ersten", sagt er. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump müsse sich aber mit den Bündnispartnern über die geplanten Maßnahmen abstimmen.

Am Mittwoch forderte auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) "sofortigen und ungehinderten Zugang" zum Gebiet, um die Opfer behandeln zu können. Mehr als 500 Personen seien in Krankenhäusern behandelt worden. Den Einsatz chemischer Kampfstoffe bestätigte sie in der Erklärung nicht direkt. Für Freitag hat die UN-Vetomacht eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates zu Syrien beantragt. Das Mandat lief im vergangenen November jedoch ab, nachdem Russland eine Verlängerung mehrfach mit seinem Veto gestoppt hatte.

Der Vizechef der Hauptoperativverwaltung im russischen Generalstab, Valeri Posnichir, teilte mit, dass russische Experten für Chemieschutz und Ärzte den Ort des angeblichen Chemiewaffenangriffs in Syrien besucht und dort keine Spuren von Giftstoffen entdeckt hätten.

Allerdings verweisen Experten im Pentagon darauf, dass Syrien anders als die Taliban in Afghanistan oder die Terrororganisation Islamischer Staat über eine wirksame Luftabwehr verfügt.

Aber Trump verlor bei alldem kein Wort der Kritik über Putin. Die russische Armee bestreitet einen Zusammenhang zwischen dem Abkommen und dem Giftgasangriff auf die Enklave. "Hoffentlich vermeiden alle Länder Schritte", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Tass zufolge. Dies gelte vor allem für Maßnahmen, die die ohnehin fragile Situation in der Region weiter destabilisieren könnten.

Trump hatte am Montagmittag (Ortszeit) gesagt, seine Regierung werde in den nächsten 24 bis 48 Stunden eine Entscheidung über die Reaktion der USA treffen.

Zuvor hatte der russische Botschafter im Libanon, Alexander Sassypkin, erklärt, dass sich Moskau das Recht vorbehalte, alle US-Raketen abzuschießen, die in Richtung Syrien abgefeuert werden sollten.

Es gibt eine Lesart der Ereignisse, die sagt, dass der Präsident kaum noch auf seine Berater höre. Präsident Putin sagte, er hoffe, dass sich der gesunde Menschenverstand durchsetze. Demgegenüber bekräftige der sunnitische Regierungschef Saad al-Hariri, dass sich sein Land neutral gegenüber einem amerikanischen Angriff verhalten werde.

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