Djukanovic gewinnt Präsidentschaftswahl in Montenegro

Der Opposition warf er vor, Montenegro in eine "russische Provinz" verwandeln zu wollen.

Das jüngste Nato-Mitglied Montenegro wählt heute ein neues Staatsoberhaupt. Erste Prognosen sehen am Abend den proeuropäischen Politiker Milo Djukanovic in Führung.

Zweitplatzierter ist demnach Mladen Bojanic, der Kandidat mehrerer Oppositionsparteien, mit 41,67 Prozent der Stimmen. Im Oktober 2016 trat er zurück. Djukanovic (56) war ab 1991 nicht nur die längste Zeit Regierungschef des kleinen Balkan- und Adria-Landes, das aus Jugoslawien hervorging, er war auch schon einmal Staatspräsident: von 1998 bis 2002. Gegner werfen Djukanovic autoritäres Gebaren, Korruption, Vetternwirtschaft und Verbindungen zur organisierten Kriminalität vor.

Sein stärkster Konkurrent Bojanic sagte am Sonntag bei der Stimmabgabe, Djukanovic wolle Montenegro in eine "Diktatur" verwandeln.

In dem 620.000-Einwohner-Staat kommt es immer wieder zu Morden auf offener Straße und Autobombenanschlägen, die der organisierten Kriminalität zugeschrieben werden. Im Wahlkampf versprach er, alles tun zu wollen, damit die Polizei die Bürger schützen könne.

Der Streit um die Ausrichtung Montenegros nach Brüssel oder Moskau war aber nicht das einzige Wahlkampfthema. Der durchschnittliche Lohn liegt bei nur rund 500 Euro monatlich. Montenegro ist neben dem Nachbarn Serbien einem EU-Beitritt am nächsten. Als mögliches Eintrittsdatum gilt das Jahr 2025.

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