Eishockey: Titelverteidiger München will gegen Berlin kontern

"Aber im Endeffekt sind wir auch eine gute Mannschaft und können München schlagen".

Berliner Kollektivjubel: Die Eisbären sind in der bayerischen Landeshauptstadt optimal aus den Final-Startlöchern gekommen. Ansonsten droht das gleiche Schicksal wie vergangene Saison: Auch 2017 gewann die Mannschaft des ehemaligen Bundestrainers Uwe Krupp im Halbfinale das erste Spiel in München - und verlor die folgenden vier nacheinander.

München gegen Berlin ist derzeit das Beste, was die DEL zu bieten hat, aber auch ein interessantes Trainerduell: Jackson (61), der mit den Eisbären fünf seiner bisher sieben DEL-Titel holte, hofft auf die Fortsetzung seiner Münchner Erfolgsgeschichte. Und dann gibt es da ja noch Luois-Marc Aubry. Sein Zuspiel verwandelte Sean Backman zur erneuten Führung für die Berliner. Der DEL-Rekordmeister aus Berlin dominierte die Partie auch danach. Die Münchner kamen kaum in ihr gefürchtetes Forechecking, mit dem sie viele Scheibengewinne provozieren, da die Eisbären sehr kontrolliert von hinten heraus spielten. "Sie sind mit viel Energie gestartet", sagte Jon Matsumoto. Obwohl er von zwei Berlinern bedrängt wurde, beförderte er die Scheibe nach einer Drehung sehenswert ins linke Kreuzeck zum 1:1.

Als Vorrundenerster und zweimaliger Champion gehen die Münchner selbstbewusst in das erste Heimspiel der Serie.

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Die Anfangsphase im Mitteldrittel prägten ebenfalls die Berliner.

In dem temporeichen Schlagabtausch rettete aus den Birken gegen Thomas Oppenheimer (25.), beim Nachstochern flogen erstmals die Fäuste. Nur Sekunden später erhöhte Sheppard abgeklärt nach einem Pass von Backman. Der Meister konterte auch diesmal: Nach einem schnellen Angriff vollendete Brooks Macek die sehenswerte Vorlage von Matsumoto, der von Jackson zu Keith Aucoin und Macek hochgezogen wurde, zum 2:3 aus EHC-Sicht (28.). "Für den Zuschauer wird es die attraktivste Darbietung im Finale", sagte auch Münchens Olympia-Silbermedaillengewinner Frank Mauer. Die Antwort der Eisbären durch einen abgefälschten Schuss von Backman ließ aber nur etwas mehr als eine Minute auf sich warten.

Im Schlussabschnitt ersetzte Marvin Cüpper Petri Vehanen im Tor der Eisbären, die sich noch nicht mit der drohenden Niederlage abfinden wollten. Jackson riskierte alles und nahm aus den Birken vom Eis, mehr als das 3:4 von Aucoin in der letzten Minute sprang aber nicht mehr heraus. "Wir bewegen uns nicht so viel wie im ersten Spiel, deshalb kommen solche Strafen zustande". Hager und die Münchner wissen nun, vor dem zweiten Spiel am Sonntag (14.30 Uhr), dass Berlin ziemlich viel gut macht.

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