Enthüller von Weinstein-Skandal gewinnen Pulitzer-Preis

Der Rapper Kendrick Lamar, 30, erhielt einen Pulitzerpreis für sein 2017 veröffentlichtes Album "Damn". Die Jury nannte es eine "virtuose Liedersammlung, vereint von seiner umgangssprachlichen Authentizität und rhythmischen Dynamik.". Lamar ist damit der erste Rapper und der erste Musiker außerhalb der Klassik und des Jazz, der mit dem Preis ausgezeichnet wurde. Der 1987 in Kalifornien geborene Lamar gilt als einer der erfolgreichsten Rapper. Sie recherchierten mehrere Fälle - unter anderem den des Filmmoguls Harvey Weinstein - die sich mit sexueller Belästigung und dem Umgang von mächtigen Männern mit Frauen in Hollywood, der Politik, den Medien und anderen gesellschaftlichen Sphären kritisch auseinandersetzen.

Der Preis für den besten Roman ging an Andrew Sean Greer für sein Buch "Less", als bestes Theaterstück wurde Martyna Majoks "Cost of Living" ausgezeichnet. Frank Bidart bekommt den Pulitzer-Preis für seinen Gedichtband Half-light, James Forman Jr. für sein Sachbuch Locking Up Our Own.

Die Pulitzer-Preise werden in diesem Jahr zum 102.

14 der 21 Preiskategorien sind journalistischen Arbeiten vorbehalten, von investigativen Geschichten über Fotos bis zu Karikaturen. Gestiftet wurden die Preise einst vom ungarisch-amerikanischen Zeitungsverleger Joseph Pulitzer (1847-1911).

Ferner wird die "New York Times" zusammen mit der "Washington Post" für ihre Berichterstattung zur Russland-Affäre von Präsident Trump geehrt. Jodi Kantor und Megan Twohey sowie Ronan Farrow hatten mit ihren Berichten im Oktober 2017 die #MeToo-Bewegung losgetreten, in der sich Opfer sexueller Übergriffe zu Wort meldeten. Die Bewegung hat sich in den vergangenen Monaten auf andere Branchen und in andere Länder ausgeweitet. Jährlich gibt die Pulitzer-Journalisten-Schule an der New Yorker Columbia Universität die Preisträger bekannt, die von einer Jury aus US-amerikanischen Journalisten und Verlegern ausgewählt werden. Durch die Berichterstattung seien die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen worden für "lang unterdrückte Vorwürfe über Nötigung, Gewalt und erzwungenem Schweigen der Opfer". Die Folge sei eine "weltweite Abrechnung mit dem sexuellen Missbrauch von Frauen" gewesen. Gewinner bekommen eine Urkunde und 10.000 Dollar (rund 8.100 Euro). Zusammen mit der "Washington Post" wurde die Zeitung für ihre Berichterstattung über die mögliche russischen Einflussnahme während des US-Wahlkampfs ausgezeichnet. In den journalistischen Kategorien wurden auch Preise für die Berichterstattung über die geplante Mauer an der US-Grenze mit Mexiko (Arizona Republic), die Opioidkrise im US-Bundesstaat Ohio (Cincinnati Enquirer) und Dylan Roof, der in einer Kirche in Charleston neun Afroamerikaner erschoss (GQ), vergeben.

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