EU-Kommission will Personalausweise mit digitalem Fingerabdruck

Die Europäische Kommission will offenbar vorschlagen, künftig in allen 28 EU-Staaten die Personalausweise mit einem digitalen Fingerabdruck zu versehen. Einst wurden Fingerabdrücke nur von Personen gespeichert, die durch Straftaten aktenkundig wurden. Aus diesem Grund sollten "die Sicherheitsvorkehrungen von allen Personalausweisen in den EU-Mitgliedstaaten" verbessert werden. Die EU-Kommission will sich verstärkt bemühen, terroristische Angriffe in Europa mit chemischen, biologischen, radiologischen und atomaren Materialien (ABC-Waffen) zu verhindern.

EU-Innenkommissar Dimitris Avramopoulos sagte der Zeitung dazu: "Wir müssen die Schrauben anziehen, bis es keinen Raum mehr gibt für Terroristen oder Kriminelle und keine Mittel mehr für sie, Anschläge durchzuführen". "Das bedeutet, dass ihnen der Zugang zu Geld, gefälschten Dokumenten, Waffen und explosiven Stoffen versperrt werden muss und sie zugleich daran gehindert werden müssen, unsere Grenzen unentdeckt zu überqueren". Dann werde es für Terroristen und Kriminelle schwieriger, die Dokumente zu fälschen.

Bisher sind in Deutschland Fingerabdrücke als Merkmal zur Identifikation in Personalausweisen freiwillig.

Konstantin von Notz, Bundestagsabgeordneter von Bündnis 90/Die Grünen, kritisiert den Vorstoß der Kommission.

Gegen eine verpflichtende Abgabe von Fingerabdrücken in Reisepässen wurde in Deutschland damals erfolglos geklagt, da Bürger mit der anlasslosen Speicherung ihr Grundrecht auf den Schutz persönlicher Daten verletzt sahen. Avramopoulos Aussage sei "nicht weniger als die Abkehr vom liberalen Rechtsstaat".

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