Facebook: Mit diesem Link kannst du prüfen, ob deine Daten weitergegeben wurden

Völlig transparent, werbefrei und mit Algorithmen, über die jeder Mensch selbst seinen Mix aus Neuigkeiten bestimmen kann. Wie PJ Mediaberichtet, hat der Technologieexperte der US-amerikanischen Bürgerrechtsvereinigung ACLU, Daniel Kahn Gillmor, im Selbstversuch herausgefunden, dass Facebook auch Daten von Personen sammelt, auswertet und teilt, die von Personen stammen, die nicht im Netzwerk angemeldet sind und es auch nie waren. Ausdrücklich begrüßte er die neuen europäischen Datenschutzregeln: "Ich denke, es ist die richtige Regulierung". Zu Aussagen, die langfristige Folgen für Facebook haben könnte, ließ sich Zuckerberg nicht hinreißen. Den Senatoren gelang es nicht, ihn ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. Darum verwunderte es auch nicht, dass keiner der Senatoren reagierte, als Zuckerberg einen Ausblick auf die Zukunft gab, der um Transparenz besorgte Fachleute frösteln lässt. Am Mittwoch hatte Zuckerberg es im Repräsentantenhaus etwas schwerer. Auch die Vielfalt der Inhalte auf der Plattform, der Wettbewerb mit anderen sozialen Netzwerken, Facebooks Geschäftsmodell, Apples Geschäftsmodell und die "Rechtschaffenheit während der Wahl (Russland)" wurden in den Notizen genannt.

Wie wenig Kontrolle die User über ihre Daten haben, zeigte die weiterführende Frage, warum Facebook auch Personen tracke, die bei ihrem Gerät ausgeloggt seien. Die Nachfrage des Senators Jon Tester, wie es dann komme, dass Facebook das Geld mit diesen Daten mache und die Nutzer sie höchstens löschen lassen können, blieb in der Luft hängen. Die Nutzung persönlicher Daten zu Werbezwecken - erst recht nicht ohne das Wissen der Betroffenen wie im Fall Cambridge Analytica - wäre weiterhin nicht ausgeschlossen.

Zwar informiert Facebook seine Nutzer nun über den Datenmissbrauch - aber nur, wenn die eigenständig die entsprechende Hilfeseite ansteuern.

Mark Zuckerberg rühmte sich einmal damit, nur graue T-Shirts und Jeans zu tragen.

Er enthüllte zudem, dass Facebook-Mitarbeiter vom Sonderermittler Robert Mueller befragt wurden, der eine mögliche russische Einflussnahme im US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 untersucht.

Das galt auch für Momente, in denen Zuckerberg leicht genervt wirkte, weil er den wesentlich älteren Senatorinnen und Senatoren technische Grundlagen erklären musste.

Facebook bemüht sich derzeit um Schadensbegrenzung. "Das war ein großer Fehler".

Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) zeigte sich mit Zuckerbergs Beteuerungen gleichwohl nicht zufrieden: "Facebook muss die Privatsphäre von Millionen Menschen endlich schützen", schrieb sie im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Die Parlamentarier drohten Facebook mit schärferer Regulierung: "Der Status quo funktioniert nicht mehr", sagte ein Republikaner. "Das machen wir nicht", sagte er und nannte die seit Jahren andauernden Spekulationen eine "Verschwörungstheorie". Auf die Frage, wie sein Unternehmen eigentlich Hatespeech wirksam bekämpfen wolle, verwies er immer wieder auf die künstliche Intelligenz. In "etwa fünf bis zehn Jahren" verfüge man über Software, die Hatespeech sicher erkennen kann, inklusive "linguistischer Nuancen".

"Das liefert mein Team nach", war daher die Standard-Antwort Zuckerbergs in der Anhörung. "Die Eliten des Silicon Valley sagen: ‹Uns kümmert nicht, was ihr sehen wollt – wir wissen, was ihr sehen sollt". Die beiden hatten Parlamentspräsident Antonio Tajani in einem offenen Brief dazu aufgefordert, Zuckerberg in verschiedene Ausschüsse einzuladen. "Gut gemacht, vielen Dank, Herr Zuckerberg".

Zuckerberg ist seit Tagen bemüht, die Situation zu entschärfen und räumte wiederholt Fehler ein. Diese konnten die Rede-Notizen des Facebook-Gründers ablichten und in den "Talking Points" auch vorbereitete Angriffe auf Apple ausmachen.

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