FBI durchsucht Büros von Trumps Anwalt Cohen

Die Aufregung ist verständlich, denn die Durchsuchung von Büro und Wohnung eines Anwalts ist alles andere als üblich. Die Arbeit von Robert Mueller sei eine Hexenjagd, so Donald Trump und er schließt nicht aus, den Sonderermittler in der Russland-Affäre zu entlassen. Die Razzia in den frühen Morgenstunden bezeichnete er als eine einzige Schande, wie er sagte. Er steht dem Immobilienunternehmer seit mehr als einem Jahrzehnt treu zur Seite und weiss bestens über dessen Geschäfte Bescheid. Sein Büro befand sich direkt neben dem seines Chefs, den er als "unseren Patriarchen" und "grössten Dealmaker unseres Jahrhunderts" anpreist. Wenn wie im Fall Cohen Dokumente und Computer beschlagnahmt worden sind, müssen den Ermittlern allerdings Hinweise auf schwere Vergehen vorliegen. Denn Cohen kennt Trumps Geheimnisse.

Es ist eine dieser Erledigungen des "Problemlösers" Cohen, die das FBI nun interessiert. Nach Medienberichten sind dort Dokumente in Verbindung mit der Affäre rund um Pornodarstellerin Stormy Daniels gesichert worden. Nicht für Donald Trump. Er untersucht die mutmaßlichen russischen Interventionen zugunsten Trumps im Wahlkampf 2016 und mögliche illegale Absprachen des Trump-Teams mit Moskau über diese Einmischungen.

Cohen hatte nach eigener Aussage ein Schweigegeld in Höhe von 130 000 Dollar an das Pornosternchen Stormy Daniels bezahlt, um die Frau von Aussagen über eine angebliche Affäre mit Donald Trump abzuhalten. Die beschlagnahmten Dokumente reichen offenbar mehrere Jahre zurück.

Über seinen Anwalt liess Cohen mitteilen, dass er zwar die Razzien als "unnnötig und unangemessen" empfinde, aber trotzdem mit den Behörden kooperiere. Bei der Zahlung könnte es sich um eine unzulässige Wahlkampfspende gehandelt haben. 2016 beteuerte er: "Es ist nicht so, dass ich nur für Herrn Trump arbeite". Rosenstein habe diese dann an den Generalstaatsanwalt in New York geleitet, was schließlich zur Razzia bei Cohen geführt habe. Das hat er selbst einmal gesagt: "Mein Job ist es, Mr. Trump zu beschützen".

Unter den beschlagnahmten Korrespondenzen sollen laut "New York Times" auch Mail-Wechsel zwischen Cohen und dem US-Präsidenten sein. Er unterstützt die politischen Ambitionen seines Idols ebenso uneingeschränkt wie alle denkbaren Investitionen.

Cohen ist ein langjähriger Vertrauter Trumps, der ihn in geschäftlichen und privaten Belangen berät. Das sei ein furchtbarer Fehler gewesen, sagte Trump. Auch in den USA steht das Verhältnis zwischen Anwalt und Klient unter starkem Schutz.

Vier Ausrufezeichen und Großbuchstaben in zwei Tweets - das zeigt, wie sehr die Durchsuchungen bei seinem Anwalt und engen Berater Michael Cohen den US-Präsidenten aufregen.

Den von Loyalität besessenen Trump ärgert besonders, dass Berman von seinem eigenen Justizminister Jeff Sessions ernannt wurde und die Razzia trotzdem nicht verhinderte.

Die Aktion wertete Trump als einen Anschlag auf das ganze Land und einen Angriff auf die gemeinsamen Werte. Zudem fehlt mit Ex-Kommunikationschefin Hope Hicks eine wichtige Vertraute, die den impulsiven Präsidenten beruhigen kann.

Wirkliche Ruhe im Komplex Russland-Connections und Mueller-Ermittlungen wird es so schnell nicht geben. Zur Erinnerung: Trump weigert sich bis heute, seine Steuererklärung zu veröffentlichen.

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