Frankfurter Maler Max Weinberg tot

"Max Weinberg war trotz der Gräuel, die ihm während des Nationalsozialismus widerfuhren, auf einzigartige Weise mit Deutschland und der Stadt Frankfurt verbunden".

Auch sein Aussehen war unverwechselbar: Max Weinbergs Markenzeichen waren lange Haare, Bart und schwarz umrandete Augen.

Der Maler, Grafiker und Bildhauer Max Weinberg ist gestern im Hospital zum Heiligen Geist gestorben.

Geboren wurde Weinberg am 19. Januar 1928 in Kassel als Sohn deutsch-polnischer Eltern jüdischen Glaubens. Weinberg hatte vier Geschwister: zwei Schwestern und zwei Bürder.

Die restlichen Familienmitglieder flohen 1933 zunächst nach Belgien und schließlich 1935 nach Palästina. Hier verkaufte der gerade mal 13-jährige Max seine ersten Bilder auf der Straße. Ein Studium an einer religiös orientierten Kunstschule gab er rasch auf und übte sich fortan autodidaktisch in einem selbst gezimmerten Atelier in der Malerei im Stile von Paul Cézanne und Raffael. Hierfür wurde er hart bestraft und nach Arrest und Hungerstreik 1950 unehrenhaft aus dem Militärdienst entlassen.

Mit 23 Jahren schloss er einen lukrativen Exklusivvertrag mit einem Galeristen, der ihm sämtliche Gemälde abkaufte.

1959 zog er zurück nach Deutschland, nach Frankfurt, wo er sich an der Städel-Abendschule im Zeichnen weiterbildete. Er wurde mit teils großformatigen grell-bunten Bildern bekannt, die an Graffiti erinnerten. "Kunst muss leicht und verspielt sein", pflegte er zu sagen. In seinem Atelier empfing Weinberg viele Schulklassen und ausländische Reisegruppen, vor allem auch aus Israel.

Zu seinem 90. Geburtstag hatte die Stadt Frankfurt eine Jubiläumsschau geplant sowie einen Empfang in der Paulskirche. Außerdem war der Künstler in diesem Jahr für die städtische Goetheplakette vorgesehen.

Menschen wie er sind das kreative und intellektuelle Fundament, aus dem sich die Toleranz und Offenheit dieser Stadt speisen. "Max Weinberg wird sie nicht mehr in den Händen halten können, aber er wusste, dass ihn seine Heimatstadt ehrt".

Noch am Vormittag des Mittwoch, 18. April, hatte Oberbürgermeister Peter Feldmann Max Weinbergs aktuelle Ausstellung "Monumente und Meilensteine eines Künstlerlebens" in der Oberfinanzdirektion Frankfurt besichtigt und den Künstler anschließend im Krankenhaus besucht. "Seine Werke waren so außergewöhnlich wie seine Persönlichkeit", erklärte der aus Frankfurt kommende CDU-Politiker. "Wir werden ihn vermissen". Die Ausstellung in der Oberfinanzdirektion wird nun bis Donnerstag, 26. April, verlängert.

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