Frühstück am Steuer - Polizei zieht LKW-Fahrer aus dem Verkehr

Die Szenen, die von Steven Spielbergs Verfolgungsjagd-Thriller "Duell" aus dem Jahr 1971 inspiriert sein könnten, haben sich am Donnerstagmorgen gegen 7.40 Uhr auf der A4 an der Anschlussstelle Düren ereignet. Die rechte Spur sei jedoch von einem Lkw mit niederländischer Zulassung blockiert worden. Darüber geriet der Ford-Fahrer derart in Rage, dass er Zeugenangaben zufolge den Lkw überholte, sich vor ihn setzte und nunmehr versuchte, diesen auszubremsen. "Ich war mit circa 85km/h unterwegs", schilderte der Niederländer das weitere Geschehen. Danach verfolgte der 18-Jährige den Fernfahrer laut dessen Aussage quer über alle Autobahnspuren, setzte sich mit seinem Wagen immer wieder vor den Lastwagen und bremste stark ab. Nach etwa sieben Kilometern brachte der 18-Jährige die schwere Zugmaschine dann tatsächlich auf dem rechten Fahrstreifen zum Stehen. Der junge Mann sei dann ausgestiegen, auf das Lkw-Trittbrett gesprungen und habe ihn massiv - erst mit geballter Faust, dann mit einem Jagdmesser - bedroht, so der Niederländer.

Als der 18-Jährige dann auch noch die Fahrertür mit dem Messer zerkratzt habe, so erläuterte der Lkw-Fahrer, habe er Gas gegeben. Als die Polizisten dort eintrafen, fanden sie den Lkw-Fahrer schlafend vor. Rechts über den Seitenstreifen sei er mit seinem Lastwagen am Ford vorbeigezogen, wobei der Sattelschlepper rechten Außenspiegel und Stoßfänger des Kleinwagens abriss. Nach 17 Kilometern konnte die Autobahnpolizei den Rachefeldzug des Fahranfängers beenden und die beiden Kontrahenten zum Anhalten auf der Tank- und Raststätte Aachener Land bewegen.

Nachdem der 18-Jährige zunächst bestritten haben soll, überhaupt ein Messer zu besitzen, stellten die kontrollierenden Beamten ebendieses unter seinem Fahrersitz sicher. Sein Beifahrer (19) gab an, "einfach nur noch Angst" vor dem 18-Jährigen zu haben: "Der war wie von Sinnen!"

Dabei entstanden neben der Gefährdung aller Beteiligten laut Polizei auch sechs Kilometer Stau. Nach Angaben der Polizei war der Fahrer völlig übermüdet, stand aber nicht unter dem Einfluss von Drogen oder Alkohol. Der Auftritt des 18-Jährigen lasse im Übrigen nur eine Bewertung zu: "Unsäglich und fern von Gut und Böse".

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