Gesichtstransplantation Der Mann mit den drei Gesichtern

Daher wurde er im Sommer 2017 schließlich erneut ins Krankenhaus eingeliefert, sein "neues Gesicht" musste operativ wieder entfernt werden, da sein Körper es abstieß.

Der heute 43-jährige Jerome Hamon leidet unter der Erbkrankheit Neurofibromatose, die durch gutartige Tumoren zu quälenden Gesichtsdeformationen führen kann. "Andere Patienten, die ich betreue, haben mit der Zeit Veränderungen an ihrem Transplantat, aber es geht ihnen gut".

Die Transplantationsmedizin hat in den vergangenen Jahrzehnten weltweit enorme Fortschritte gemacht. So ist etwa Medizinern in den USA die sensationelle Transplantation einer Schädeldecke gelungen.

"Die erste Transplantation habe ich sofort akzeptiert". Mittlerweile ist sogar eine komplette Kopftransplantation geplant. Gesichtstransplantationen werden bereits seit 2005 durchgeführt. Von dieser Erfahrung profitierte nun auch ein Mann aus Frankreich. Es folgte Hamons zweite Transplantation - eine bahnbrechende Operation für das Ärzteteam.

Seine erste Gesichtstransplantation erhielt Hamon im Jahr 2010 - und sie war ein Erfolg. Dann der Schock: Im selben Jahr erhielt er ein Antibiotikum, das mit seiner immunsuppressiven Behandlung unvereinbar war. Lantieri, der Hamon das Gesicht transplantiert hatte, musste es wieder entfernen. Ärzte der Pariser Klinik Georges Pompidou Hospital gaben dem missgestalteten Mann ein neues Gesicht.

Anschließend lebte Hamon mehrere Wochen ohne Gesicht - ein Zustand, der nur schwer vorstellbar ist. Um eine neuerliche Abstoßung zu vermeiden, hatte Hamon, der von den französischen Medien als "Mann mit drei Gesichtern" bezeichnet wird, eine spezielle Behandlung, um das Blut vor der Transplantation zu reinigen.

Sein neues Gesicht sei laut dem behandelnden Arzt glatt und bewegungslos - sein Schädel, seine Haut und seine Gesichtszüge seien noch nicht vollständig ausgerichtet. Bleibt die Hoffnung, dass die zweite Gesichtstransplantation keine Komplikationen nach sich zieht und seine letzte bleibt. "Diesmal ist es wieder so", sagte Hamon laut "BBC".

"Wenn ich dieses neue Gesicht nicht akzeptiert hätte, wäre es schrecklich gewesen". Es ist eine Frage der Identität ... "Aber hier sind wir, es ist gut, ich bin es", sagte der Patient der Nachrichtenagentur AFP aus dem Krankenhaus, wo er sich immer noch erholt. "Ich bin 43 und der Spender war 22, also bin ich wieder 22", fügte er hinzu.

Professor Laurent Lantier führte mit Kollegen den riskanten Eingriff bei Hamon durch.

Die Zeit ohne Gesicht sei für den Patienten besonders gefährlich gewesen: "Wenn man keine Haut hat, hat man Infektionen", sagte Lantieri der Zeitung Le Parisien. "Wir sind sehr besorgt über die Möglichkeit einer neuen Abstoßung". "Aber für einen Mann, der all das durchgemacht hat, was einem Atomkrieg gleichkommt, geht es ihm gut".

Lantieri kündigte an, seine Forschungsergebnisse demnächst in einem Fachblatt zu veröffentlichen. Seitdem wurden rund 40 Operationen auf der ganzen Welt durchgeführt.

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