Kassen zahlen neuen Vierfach-Impfstoff gegen Grippe

Das beschloss der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) aus Spitzenvertretern von Ärzten, Kassen und Kliniken am Donnerstag in Berlin.

In der Ärzteschaft stieß die Entscheidung auf große Zustimmung. In dem Dreifach-Impfstoff, den die gesetzlichen Krankenkassen bisher regulär zahlen, ist er aber nicht enthalten. Die Experten hatten die Wirksamkeit von Drei- und Vierfachimpfungen analysiert und waren zu dem Schluss gekommen, dass Letztere bis zu 388.000 Arztbesuche und bis zu 1800 Krankenhauseinweisungen während einer Grippesaison verhindern könnte.

Josef Hecken, der Vorsitzende des Ausschusses stellt ausdrücklich klar, dass sich diese Entscheidung "anders als vielfach auch öffentlich gemutmaßt" nicht auf die laufende, sondern die kommende Grippesaison 2018/19 beziehe. Der Bundesausschuss wies ausdrücklich darauf hin, dass viele Krankenkassen auch Schutzimpfungen für solche Versicherte bezahlten, die nicht zu den Risikogruppen gehörten.

Da üblicherweise nur etwa alle zehn Jahre ein Influenza-B-Jahr auftritt, geht Welte davon aus, dass 2019 "mit hoher, jedoch nicht mit 100-prozentiger Sicherheit wohl kein Influenza-B-Jahr werde". Er befürchtet: "Dann werden wir wieder Stimmen hören, die sagen, dass der Dreifach-Impfstoff es auch getan hätte". "In diesem Jahr hat die Fehlentscheidung jedenfalls hunderte Menschenleben gekostet", kritisierte der Mediziner.

Auch wenn das federführende Robert-Koch-Institut noch keine endgültige Bewertung über die "Schwere" der diesjährigen Influenzawelle abgeben will, so deuten die Daten über die Häufigkeit von Arztbesuchen, die lange Dauer der Erkrankungswelle und die annähernd 1100 Grippe-Todesfälle bis Ostern darauf hin, dass es sich um eine vergleichsweise heftige Infektionswelle gehandelt haben muss. Beide Möglichkeiten waren in Übereinstimmung mit den bisherigen STIKO-Empfehlungen aber zulässig.

Unterdessen gab das Robert-Koch -Institut die Zahlen für die 13.Kalenderwoche der aktuellen Grippesaison bekannt: Danach ist die Zahl der Grippetoten auf 1.095 gestiegen. Nach Ansicht der Influenza-Experten ist der Höhepunkt der Grippewelle in Deutschland mittlerweile aber überschritten. 87 Prozent der in Folge einer Grippeinfektion Verstorbenen waren 60 Jahre oder älter. Bestandteile dieses Virusstammes waren im Vierfachimpfstoff enthalten, aber nicht in der Dreifach-Variante.

Ausgabe: