Kollegah und Farid Bang: Bertelsmann beendet die Kooperation

Das Internationale Auschwitz Komitee hat die empörten und solidarischen Reaktionen nach dem Echo-Preis für die Rapper Kollegah und Farid Bang begrüßt. Er selbst hätten den Preis den beiden Rappern vor die Füsse geworfen, so der 59-Jährige. "Diese Entscheidung war ein Fehler". Hat die schöne Helene Angst, ihre Preise abzugeben?

Fischer findet deutliche Worte in Richtung der Echo-Veranstalter, die sie dafür verurteilt, "gewaltverherrlichenden, antisemitischen, homophoben und frauenverachtenden Texten ein Podium geboten" zu haben.

Denn auf dem Album verhöhnten die Rapper nicht nur durch Liedzeilen wie "Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen" die Opfer des Holocaust, so Losem. Die BMG sei komplett gegen Antisemitismus eingestellt, ebenso ihre Künstler und Angestellten.

Nach Bassist und Beatles-Weggefährte Klaus Voorman und Altmeister Marius Müller-Westernhagen hatten bereits diverse Preisträger des Echo-Klassik ihre Trophäen aus Protest zurückgegeben.

Sein "Echo" habe einen Ehrenplatz in seinem Wohnzimmer gehabt und er sei stolz auf ihn gewesen. "Er appelliert jedoch an alle bisher Ausgezeichneten sowie die für die Durchführung und mediale Verbreitung Verantwortlichen, im Sinne der Förderung von Klassischer Musik und Jazz diese bewährten Echos beizubehalten". "Jetzt lassen wir die Aktivitäten ruhen, um die Haltung beider Parteien zu besprechen", sagte Vorstandschef Hartwig Masuch am Donnerstag der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. (Westernhagen)

"Nachdem solch ein Preis nun im Jahr 2018 auch Verfassern von widerwärtigen antisemitischen Schmähtexten verliehen und noch dazu vom 'Ethikrat' Ihres Verbandes bedenkenlos freigegeben wurde, würden wir es als Schande empfinden, weiterhin diesen Preis in unseren Händen zu halten" (Enoch zu Guttenberg, Dirigent)"
Antisemitischen Parolen eine solche Plattform und Auszeichnungen zu geben, ist unerträglich". "Gemeinsam mit sachverständigen Organisationen sollen Projekte zur Bekämpfung der besorgniserregenden Entwicklung an Schulen ausgesucht werden", heisst es in einer Pressemitteilung. Der Schwerpunkt solle dabei auf Projekten in der Hauptstadt liegen.

Die BMG hatte in Kooperation mit den Musik-Labels der beiden Rapper, Banger Musik und Alpha Music Empire, das umstrittene Album "Jung, Brutal, Gutaussehend 3" veröffentlicht. Die Plattenfirma BMG stellte sich hinter das Werk der Musiker: "Wir nehmen Künstler und künstlerische Freiheit ernst, und wir sagen unseren Künstlern nicht, was ihre Texte enthalten sollten und was nicht", teilte die Tochter des Medienunternehmens Bertelsmann auf Anfrage am Mittwoch in Berlin mit.

Ohne Zweifel hätten manche Zeilen des Albums viele Menschen tief verletzt, hieß es weiter. Andererseits seien viele nicht so sehr verletzt worden, immerhin sei das Album vergangenes Jahr eines der meistverkauften in Deutschland gewesen.

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