Konjunkturforscher heben Wachstumsprognose für 2018 und 2019 leicht an

Der Boom wird den Experten zufolge wohl nicht in eine starke Inflation münden: Die Institute gehen davon aus, dass die Teuerungsrate in Deutschland sowohl in diesem als auch im kommenden Jahr unter zwei Prozent verharrt. Wie aus dem in Berlin vorgelegten Frühjahrsgutachten weiter hervorgeht, erwarten die Ökonomen für 2019 ebenfalls eine Steigerung zur ihrer Herbst-Voraussage, nämlich um 0,2 Punkte auf 2,0 Prozent.

Der deutsche Export profitiere vom Aufschwung der Weltwirtschaft. Außerdem bleibe der private Konsum stark. Allerdings gibt es Risiken. "Allerdings wird die Luft dünner, da die noch verfügbaren gesamtwirtschaftlichen Kapazitäten knapper werden". "Gerade wenn die Kassen voll sind, sollte die Finanzpolitik die Konsequenzen für die gesamtwirtschaftliche Stabilität und die Nachhaltigkeit der Staatsfinanzen im Blick haben", sagte Wollmershäuser. Die im Koalitionsvertrag vereinbarten Leistungsausweitungen in der gesetzlichen Rentenversicherung liefen dem Nachhaltigkeitsgedanken zuwider. In den Unternehmen gibt es bereits eine hohe Kapazitätsauslastung, die zuletzt noch einmal gestiegen sei. Ein Risiko sei auch der laufende Handelskonflikt mit den USA.

Der Arbeitsmarkt wird dem Bericht zufolge auch weiterhin von Frühlingsgefühlen geprägt sein.

Bei der Zahl der Erwerbstätigen rechnen die Institute mit einem Anstieg von 44,3 Millionen im vergangenen auf 44,9 Millionen in diesem Jahr. Die Arbeitslosenquote werde damit von 5,7 Prozent auf 5,2 Prozent sinken.

Die Zahl der Erwerbstätigen wird 2019 bei 45,3 Millionen liegen und damit um 1 Million höher als in 2017.

Die Verbraucherpreisinflation wird bis 2019 auf 1,9 Prozent steigen. Der deutsche Leistungsbilanzüberschuss wird demnach voraussichtlich leicht zunehmen, von 262,6 Milliarden Euro im Jahr 2017 auf 277,0 Milliarden im laufenden Jahr und 284,5 Milliarden im kommenden Jahr. Das sind 8,0 und 8,2 und 8,0 Prozent der jeweiligen Wirtschaftsleistung des Jahres.

Die Gemeinschaftsdiagnose dient der Bundesregierung als Basis für ihre eigene Prognosen, die kommende Woche veröffentlicht werden sollen. Beteiligt an dem Gutachten sind das Münchner Ifo-Institut, das Berliner DIW, das Essener RWI, das Kieler IfW und das IWH Halle. Danach könnte die Konjunktur an Tempo verlieren. "Dann wäre mitunter ein Wachstum von 2,5 bis drei Prozent möglich", sagte Grömling zu BILD.

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