Lehrerin mit Kopftuch ist Stoff für Ärger

Eine ausgebildete Lehrerin hat gegen das Land Berlin geklagt. Sie will mit Kopftuch dauerhaft an einer Grundschule unterrichten. Im Vorjahr hatte das Landesarbeitsgericht einer muslimischen Lehrerin mit Kopftuch eine Entschädigung von 8680 Euro zugesprochen. Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) hatte wiederholt betont, an dem Gesetz festzuhalten.

Die Klägerin, die am Montag nicht ins Gericht kam und in Elternzeit ist, hatte mit Kopftuch einen Tag an einer Grundschule unterrichtet. Sie wurde freigestellt und dann einem Oberstufenzentrum zugewiesen, wo das Kopftuch erlaubt ist. Die junge Frau hatte vor der Einstellung bejaht, dass sie das Neutralitätsgesetz kenne. Womöglich landet der Fall beim Bundesverfassungsgericht. Das Tragen eines Kopftuches allein rechtfertige kein generelles Verbot, weil von ihr keine Gefahr ausgehe, so die Begründung des Karlsruher Gerichts.

Der Streit über das Kopftuch in Berlin verschärft sich seit dem Neutralitätsgesetz aus dem Jahre 2005, wonach Polizisten, Justizbeamte und Lehrer während des Dienstes keine religiöse Kleidungsstücke tragen dürfen.

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