Medien: Volkswagen zahlte während des Abgasskandals Bleibe-Boni an US-Manager

Insgesamt belaufen sich die Boni auf eine Summe von 4,5 Millionen Dollar zwischen Januar 2015 und Juli 2017. Den höchsten Betrag von 450.000 Dollar erhielt demnach Audi-Amerika-Chef Scott Keogh. Bereits zehn der Geldempfänger mussten als Zeugen im Dieselskandal aussagen.

Der Anwalt Michael Hausfeld, der viele VW-Kunden in den USA vertritt, sagte dem Rechercheverbund: "Das sieht nach einem Schweigegeld aus? danach, dass Loyalität erkauft wird? nicht im Sinne der Wahrheit, sondern im Sinne der Firma".

"Diese Gratifikationen mit einem 'Schweigegeld' zu vergleichen, entbehrt jeglicher Grundlage und ist völliger Unsinn", erklärte demnach ein VW-Sprecher. Die Mitarbeiter seien bei den US-Ermittlungen verpflichtet, wahrheitsgemäß auszusagen. Sonst drohten ihnen hohe Strafen. Boni hätte man in den USA schon lange vor der Abgasaffäre gezahlt.

Solche Zahlungen sind tatsächlich in den USA üblich. Allerdings profitierten von den Zahlungen auch zwei VW-Manager, die maßgeblich an der umstrittenen "Affenstudie" in den USA beteiligt waren, von der sich der Konzern kürzlich vehement distanziert hatte. Er erhielt bei einem Jahresverdienst von rund 800.000 Dollar einen Bonus von 150.000 Dollar.

Andere gutbezahlte VW-Manager hätten bis zu einem Drittel ihres Jahresgehalts an Bonus bezogen, so etwa der Volkswagen-Manager Stuart Johnson. Er hatte dem Bericht zufolge das Labor für den Affentest noch vor Beginn der Experimente besucht. Verdächtig wirkt in diesem Kontext: Der Mann arbeitet laut dem Bericht seit mehr als 30 Jahren für den Konzern und habe zuvor nie einen Bleibebonus bekommen.

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