Millionen mehr - Darum geht der Deutsche-Bank-Umbau so ins Geld

Die Bank begründete dies mit der Aufwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar und geringeren Erträgen der Unternehmens- und Investmentbank. Hier brachen die Einnahmen um 13 Prozent ein. Vor allem Skandale und andere Rechtsstreitigkeiten kosteten viel Geld - drei Jahre in Folge schrieb der Konzern Verluste. Im ersten Quartal verdiente das Geldhaus unter dem Strich 120 Millionen Euro nach 575 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Die Bank bekräftigte das Ziel, dass die Kosten im laufenden Jahr die Schwelle von 23 Milliarden Euro nicht überschreiten.

Die hohen Kosten sind ein Thema, das die Deutsche Bank nicht so leicht loswird. In seiner ersten Nachricht an die Mitarbeiter kündigte er "harte Entscheidungen" an, und forderte in der Unternehmens- und Investmentbank Veränderungen in der Ertrags-, Kosten- und Kapitalstruktur.

Wie ein Insider Reuters am Dienstag sagte, könnte der neue Chef der Deutschen Bank, Christian Sewing, seine neue Strategie für die einstige Goldgrube des Instituts womöglich bereits bei der Vorlage der Quartalszahlen am Donnerstag bekannt geben.

Die Deutsche Bank will sich künftig vorrangig auf stabile Ertragsbringer wie das heimische Privat- und Firmenkundengeschäft sowie die Vermögensverwaltung DWS konzentrieren. In den USA und Asien soll das Geschäft zurückgefahren werden.

Auch wird das Zinsgeschäft in den USA deutlich verkleinert, um die Bilanz und die Verschuldung zu reduzieren. Das europäische Geschäft werde aufrechterhalten. Der Vorstand prüft zudem, wie stark das Haus global gesehen noch im Aktienhandel tätig sein will.

Die zusätzlichen Massnahmen zur Kostensenkung umfassen eine Reduzierung der Belegschaft im Laufe des Jahres, insbesondere durch eben jene genannten Anpassungen.

Die Unternehmens- und Investmentbank, die seit dem Abschied von Marcus Schenck nun Garth Ritchie allein leitet, ist nach Erträgen die grösste Sparte der Deutschen Bank. Allerdings erodieren die Einnahmen schon seit geraumer Zeit. Sewing arbeitet seit fast drei Jahrzehnten für die Deutsche Bank, bei der er als Lehrling in einer Bielefelder Filiale direkt nach dem Abitur eingestiegen war. Auf der Handelsplattform Tradegate büßte die ohnehin seit langem schwach gelaufene Aktie vorbörslich 4 Prozent gegenüber dem Xetra-Schlusskurs ein. Nur Munich Re waren noch schwächer, was allerdings auf den Dividendenabschlag zurückging. Auch bei der Beratung von Firmen bei Fusionen und Übernahmen und bei Aktien- und Anleiheemissionen ging es abwärts für die Frankfurter: die Erträge sanken um 27 Prozent.

Bis vor zwei Tagen hatten die Anteile der Bank noch deutlich bis auf mehr als 12 Euro zugelegt und dabei von den Gerüchten über die Eindämmung des US-Geschäfts, vom Renditeanstieg bei US-Anleihen und der Berufung eines neuen IT-Chefs profitiert.

Ausgabe: