Moskau: London steckt hinter Giftgasangriff in Syrien

"Es wurde keine endgültige Entscheidung getroffen", sagte US-Präsident Donald Trumps Sprecherin Sarah Sanders am Donnerstag (Ortszeit) nach einem Treffen Trumps mit seinen Nationalen Sicherheitsberatern. Während selbst die Proteststürme des "Arabischen Frühlings "Assad nicht hinwegfegen konnten und Syrien mehr und mehr zum Schauplatz von Stellvertreterkriegen wurde, machte Obama den Kampf gegen den Islamischen Staat zur Priorität". Es sei höchste Zeit, den Bürgerkrieg in Syrien zu beenden. Beide seien sich einig, dass der Einsatz von Chemiewaffen durch das syrische Militär nicht unbeantwortet bleiben dürfe, hieß es aus Mays Büro. Gleichzeitig müssten diese jedoch angemessen und durchdacht sein, sagte er der Agentur Tass.

Es ist das Ziel unserer heutigen Aktion, von der Produktion, Verbreitung und Verwendung chemischer Waffen abzuschrecken.

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg unterstützt den Angriff der USA, Grossbritanniens und Frankreichs gegen mutmassliche Giftgaseinrichtungen in Syrien. Bis zu einer Entscheidung sollten nach Angaben des Weißen Hauses aber weitere Geheimdiensterkenntnisse ausgewertet werden.

Die russische Armee beschuldigt Großbritannien der "direkten Beteiligung" am mutmaßlichen Giftgasangriff in Syrien. Sie habe dafür "Beweise". Das syrische Volk leide entsetzlich unter der Regierung von al-Assad.

Das britische Verteidigungsministerium bestätigte in der Nacht eine Beteiligung an den Angriffen und erklärte, sie seien "erfolgreich" gewesen. Sie sollen dort ab Samstag mit Untersuchungen beginnen. Einwohner der mittlerweile von syrischen Regierungstruppen eingenommenen Stadt Douma hätten "detailliert erzählt, wie die Videoeinstellungen vonstatten gingen und an welchen Episoden sie teilgenommen" hätten.

Russland warnte hingegen den Westen davor, "gefährliche" Schritte gegen seinen Verbündeten Syrien zu unternehmen. Der russische Uno-Botschafter Wassili Nebensia sagte, erste Priorität müsse sein, einen Krieg zwischen Russland und den USA abzuwenden.

Auch der französische Präsident Emmanuel Macron sagte, der Gebrauch chemischer Waffen sei nicht zu tolerieren. Diese Raketen seien abgelenkt worden, berichteten syrischen Staatsmedien. Die britische UN-Botschafterin, Karen Pierce, wies den Vorwurf als "eklatante Lüge" zurück. Das erklärte US-Präsident Donald Trump in einer Rede an die Nation. Während Trump über Twitter einen Militärschlag des Westens in Syrien ankündigt, erklären sich Frankreich und Großbritannien solidarisch.

Während die Rhetorik zwischen Washington, London und Moskau schärfer wird, leben viele Zivilisten in Syriens Hauptstadt Damaskus in Angst.

Laut dem russischen Generalmajor sei den Weißhelmen gesagt worden, dass die extremistische Organisation Dschaisch al-Islam vom 3. bis 6. April Damaskus mit Artillerie beschießen würde. Darauf würden die Regierungskräfte reagieren, was wiederum die Weißhelme zu provokativen Zwecken nutzen sollten.

Ohne Einmischung von außen würde wahrscheinlich bald die syrische Regierung siegen, meint der Experte. Großbritannien sei niemals in den Gebrauch von Chemiewaffen verwickelt gewesen und werde es auch nie sein. Russland habe "unwiderlegbare Informationen, dass es eine weitere Erfindung war", sagte Lawrow.

Dass es zu einem Angriff kommen wird, scheint für Militärs und Diplomaten indes beschlossene Sache.

Im Syrienkrieg ist Russland die wichtigste Schutzmacht von Präsident Baschar al-Assad.

In Damaskus machte sich Sorge über einen möglichen Militärschlag der USA breit. Laut Einschätzung des Moskauer Nahost-Experten Fjodor Lukjanow wollten die USA unter Trump in Syrien eine entscheidende Rolle spielen; unklar sei jedoch, wie man konkret vorgeht.

Währenddessen wurde die Evakuierung der lange Zeit von islamistischen Kämpfern kontrollierten Stadt Duma in der Region Ost-Ghuta in Syrien am Freitag fortgesetzt. Es soll laut Medienberichten für die Entwicklung von Chemiewaffen verantwortlich sein.

Russlands Präsident Wladimir Putin forderte nach dem Angriff eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates.

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