OPCW-Experten beraten über mutmaßlichen Gasangriff in Syrien

Die Organisation für das Verbot Chemischer Waffen (OPCW) ist in Den Haag zu einer Dringlichkeitssitzung zu dem mutmaßlichen Giftgasangriff auf die syrische Stadt Duma zusammengetreten.

Zugleich wies Russland die Vorwürfe Großbritanniens zurück, die Arbeit der OPCW in Syrien zu behindern.

Die OPCW-Sitzung mit Diplomaten aus 41 Ländern ist das erste internationale Treffen nach dem Raketenangriff führender Westmächte auf Ziele in Syrien. Das teilte die britische Delegation der OPCW auf Twitter mit. "Das syrische Regime hat eine entsetzliche Vorgeschichte, wenn es um den Einsatz von Chemiewaffen gegen das eigene Volk geht". Sie berief sich dabei auf einen Bericht, den der Generaldirektor der OPCW, Ahmet Üzümcü, vor dem Exekutivrat der Organisation in Den Haag vorgestellt hat. Der US-Vertreter Ward äußerte den Verdacht, Russland könne den Ort des möglichen Chemiewaffeneinsatzes in Duma manipuliert haben. "Das ist vollkommen ausgeschlossen. Das ist eine weitere Erfindung der Briten", sagte Vizeaußenminister Sergej Rjabkow am Montag in Moskau.

Der Westen macht die syrische Staatsführung für den mutmaßlichen Giftgasangriff vom 7. April in Duma in der einstigen Rebellenenklave Ost-Ghuta verantwortlich. Bei der Attacke wurden nach unbestätigten Angaben mehr als 40 Menschen getötet. In der Nacht zum Samstag hatten die Streitkräfte der USA, Frankreichs und Großbritanniens deswegen Luftangriffe auf Syrien geflogen. Nach Angaben aus Washington und Paris richteten sich die Angriffe gegen Einrichtungen zur Chemiewaffen-Produktion.

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